EU-Hilfsgelder

Nach der Flut 2024: Feuerwehr Zusum-Rettingen hofft auf Unterstützung

Auf dem Bild zu sehen (von links): Albert Riedelsheimer, Eva Lettenbauer, Sebastian Frey, Timo Bablok und Zita Frey. Bild: Lena Bablok
Nach dem verheerenden Hochwasser im Juni 2024 kämpft die Freiwillige Feuerwehr Zusum-Rettingen noch immer mit den Folgen: Ihr Gerätehaus wurde schwer beschädigt, der Wiederaufbau ist ungewiss. Hoffnung machen EU-Hilfsgelder.

Als Anfang Juni 2024 die Wassermassen über Schwaben hereinbrachen, war die Freiwillige Feuerwehr Zusum-Rettingen im Dauereinsatz. Sie pumpten Keller leer, sicherten Gebäude und halfen Menschen, ihr Hab und Gut zu retten. Doch auch ihre eigene Infrastruktur wurde schwer getroffen: Das Feuerwehrgerätehaus in Zusum wurde massiv beschädigt.

Zusum gehörte zu den besonders betroffenen Orten der Katastrophe. Durch den ausgeleiteten Riedstrom stand der Ort zeitweise großflächig unter Wasser. Auch Monate später kämpfen die Ehrenamtlichen noch immer mit den Folgen. Das Hochwasser wurde von der Europäischen Union als schwere Naturkatastrophe eingestuft. Deshalb stellt die EU über den Solidaritätsfonds rund 112 Millionen Euro für Deutschland bereit. Teile davon sollen auch nach Schwaben fließen.

Für die Feuerwehr stellt sich die Frage, ob diese Hilfen für den Wiederaufbau genutzt werden können. Die Mittel müssen bis spätestens Ende 2026 verwendet werden – Entscheidungen sind daher zeitnah nötig. Unterstützung kommt aus der Landespolitik. Die Landtagsabgeordnete Eva Lettenbauer hat zugesagt, voranzutreiben, dass die Mittel des EU-Solidaritätsfonds schnellstmöglich für Zusum genutzt werden können. Damit Fördermittel genutzt werden können, muss zunächst die Kommune aktiv werden. Nur mit einem Antrag kann die Regierung von Schwaben weitere Schritte prüfen.

Die Feuerwehr zeigt seit Jahren die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements. Nach dem Hochwasser organisierte sie Spendenaktionen und koordinierte Hilfen für betroffene Familien. Zudem sammelten Mitglieder rund 6.000 Euro für Defibrillatoren, um die Versorgung im ländlichen Raum zu verbessern.
Für die Beteiligten geht es um mehr als einen Gebäudeschaden: um den Erhalt des Ehrenamts, den Zusammenhalt über Dorfgrenzen hinweg und den Schutz der Bevölkerung. (dra)