5. Mai 2017, 08:00

Gesundheitsregion Donau-Ries Teil 4: Im Gespräch mit Jürgen Busse vom gKU und zu Besuch in der Donau-Ries Klinik in Oettingen

Donau-Ries Klinik Oettingen Bild: DRA
Im aktuellen blättle steht das Thema Gesundheit in unserer Region im Fokus. Wir haben für euch mit Jürgen Busse vom gKU gesprochen und einen Blick in die Donau-Ries-Klinik in Oettingen geworfen. Einen Auszug lest ihr hier, die ganze Geschichte findet ihr im blättle Mai/Juni 2017.
Unter dem Motto "Gemeinsam sind wir stark" haben sich Kliniken und Seniorenheime unter dem Dach des gKU zusammengeschlossen. Das Kürzel gKU steht für das gemeinsame Kommunalunternehmen "Donau-Ries Kliniken und Seniorenheime". Unter dem Dach des gKU sind derzeit folgende Einrichtungen zusammengeschlossen: Donau-Ries Klinik Donauwörth, Stiftungskrankenhaus Nördlingen, Donau-Ries Klinik Oettingen, Donau-Ries Seniorenheim Monheim, Donau-Ries Seniorenheim Rain, Donau-Ries Seniorenheim Wemding, Donau-Ries Seniorenwohnpark Rain, Pflegezentrum Bürgerheim Nördlingen. Grund und Ziel dieses Zusammenschlusses ist letztendlich die kreative, zeitliche und auch finanzielle Kräftebündelung unter dem Motto "Gemeinsam sind wir stark".
Jürgen Busse, Vorstand des gKU, betont: "Die heimatnahe ärztliche Versorgung ist uns sehr wichtig." Anhand seiner Zahlen kann Busse belegen, dass die drei Krankenhäuser im Landkreis eine volle Auslastung vorweisen können. Man müsse sogar eher aufpassen, dass es nicht zu voll wird in den Kliniken. "Da unsere Kliniken auch überregional und sogar weltweit einen sehr guten Ruf genießen, haben wir großen Zulauf von Patienten, die außerhalb unseres Bedarfsplanungsbereiches liegen. Diese werden bei der Bedarfsplanung natürlich nicht eingerechnet", erläutert er. Alle drei Häuser sind allgemeine Krankenhäuser, zusätzlich gibt es diverse Spezialisierungen. In Donauwörth ist unter anderem die Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Wirbelsäulentherapie angesiedelt. Nördlingen verfügt unter anderem über eine Klinik für Innere Medizin mit den Schwerpunkten Kardiologie, Intensivmedizin, Diabetologie und Hypertoniezentrum. Der Standort Oettingen ist sehr gut auf die Altersmedizin ausgerichtet. Da die Gesundheitsversorgung im Alter sich als großer Trend in den nächsten Jahren abzeichnet, haben wir der Klinik und Regina Estner von der Klinikverwaltung einen Besuch abgestattet.
Donau-Ries-Klinik Oettingen
"Ganz wichtig ist mir vorne weg zu sagen, dass wir am Standort Oettingen nicht nur Altersversorgung machen, sondern dass wir trotz unserer Spezialisierung noch immer auch ein ganz normales Krankenhaus sind und eine wohnortnahe medizinische internistische Grund- und Notfallversorgung sichern. Unsere Spezialgebieten liegen in der Versorgung von Patienten mit Atemwegserkrankungen (Pneumologie), schlafbezogenen Gesundheitsstörungen (Schlaflabor) und die medizinische Versorgung und therapeutische Unterstützung von älteren Menschen (Akut-Geriatrie und Reha-Geriatrie)", erklärt mir Regina Estner. Im Hinblick auf die Gesundheitsversorgung im Alter ist die Akut- und Reha-Geriatrie besonders interessant. "In der Akut-Geriatrie haben wir viele ältere Patienten, die nach Stürzen, Knochenbrüchen, Schlaganfällen oder mit Herzerkrankungen zu uns kommen. Die Verweildauer auf der Station liegt meist zwischen einer bis drei Wochen. Die Patienten werden entsprechend ihrer Erkrankungen und Bedürfnisse vier Mal täglich durch Therapeuten betreut: Krankengymnastik, physikalische Therapie, Ergotherapie, Logopädie und Neuropsychologie. Dafür gibt es entweder Übungen auf dem Zimmer oder an speziellen Geräten auf der Station", erklärt sie. Nach dem Aufenthalt in der Akut-Geriatrie wechseln die Patienten oft in die Reha-Geriatrie. "Hierhin kommen aber auch viele Patienten von außerhalb. Die Verweildauer in der Reha beträgt mindestens drei Wochen, manchmal auch länger. Wir bieten hier Einzel- aber auch Gruppentherapien an. Dafür steht im Kellergeschoss zum Beispiel ein Geräteraum zur Verfügung und draußen haben wir auf dem Klinikgelände einen Therapiegarten angelegt. Aber auch das ganz normale Treppensteigen zählt bei uns schon zu den Therapiemaßnahmen", erklärt Estner.
Generell hat die geriatrische Reha das Ziel, mit dem Patienten und auch den Angehörigen zusammen die gewohnte Lebensqualität möglichst zu erhalten, Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder zu mindern, die Selbstversorgung zu erhalten oder wieder herzustellen und vorhandene oder verloren gegangene geistige, soziale und körperliche Fähigkeiten und Funktionen wieder herzustellen, zu stabilisieren und zu fördern. Die meisten Menschen möchten nach der Reha wieder in die gewohnte häusliche Umgebung zurückkehren. Da dies leider nicht immer so einfach möglich ist, ist ein besonders wichtiges und umfassendes Angebot der Klinik der vor Ort angesiedelte Sozialdienst. "Fast jeder unserer Patienten aus der Geriatrie wird durch den Sozialdienst betreut und auch für die Angehörigen ist dies eine wichtige erste Informations- und Anlaufstelle. Gerade bei Patienten, die nach ihrer Behandlung vielleicht nicht mehr länger alleine wohnen können oder auf weitere Betreuung angewiesen sind, sind die Angehörigen zunächst mit der neuen Situation überfordert. Hier gibt es Pflegeberatung, Informationen zur Pflegekasse und zu Sozialrecht", so Estner.
Gerade an diesem Punkt sind auch Kooperationen mit ambulanten Diensten besonders wichtig. Wie die Arbeit eines solchen mobilen Pflegedienstes abläuft, lest ihr im nächsten Teil dieser Serie.
Verena Gerber-Hügele
Verena Gerber-Hügele , Donau-Ries-Aktuell

Redakteurin. Macht am liebsten Reportagen, Reiseberichte und Interviews. Naturverbunden, hält sich zu Hause einen halben Bauernhof.