24. Januar 2017, 14:31

Landrat Stefan Rößle besucht Daniel Probst in seinem Kerzen-Atelier

Landrat Stefan Rößle mit Daniel Probst und seiner Mutter und dem Behindertenbeauftragten Achim Frank Bild: DRA
Schon seit über 18 Jahren betreibt Daniel Probst jetzt schon "Daniel's Kerzen-Atelier" in der Donauwörther Reichsstraße. Daniel Probst ist mit einer Behinderung aufgewachsen, aber seine Familie kämpfte von Anfang an dafür, ihm ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
Donauwörth - Im letzten Jahr war Landrat Rößle im Rahmen der "Aktion Rollentausch" in den Behindertenwerkstätten der Stiftung St. Johannes in Schweinspoint. Daraufhin hat Daniels Mutter den Landrat in Daniels Geschäft eingeladen, da sein letzter Besuch dort nun such schon einige Jahre her war. Dieser Einladung kamen Landrat Rößle und Achim Frank, Behindertenbeauftragter im Landratsamt Donau-Ries, am heutigen Dienstag, 24.01.2017, gerne nach. Zunächst erkundigte sich Stefan Rößle nach den aktuellen Geschäften. Daniel Probst berichtet ihm von Stammkunden, von Touristen, die in seinen Laden kommen und auch von Leuten, die aus Nürnberg oder Augsburg zu ihm kommen, um spezielle oder besondere Kerzen zu kaufen. "Die meiste Arbeit habe ich zu Weihnachten, aber auch im Frühjahr und Sommer, wenn viele Hochzeiten und Taufen stattfinden". Daniel Probst verziert zum Beispiel Kerzen nach individuellem Kundenwunsch mit Namen, Daten, Sprüchen, Blumen und anderen Ornamenten. Das eigene Geschäft war sein Traum, für die Zukunft hätte er aber doch noch einige Wünsche, erzählt er dem Landrat. "Schön wäre, wenn wir ein größeres Geschäft mieten könnten, das in einem großen Nebenraum Platz für eine Werkstatt zur Kerzenherstellung und Kerzenverzierung hat. Irgendwann möchte ich auch in einer eigenen Wohnung leben", sagt der mittlerweile 34-Jährige.
Engagierte Eltern ermöglichen den Traum
Dass Daniel Probst diesen Traum leben darf, verdankt er vor allem seinen sehr aktiven und engagierten Eltern. Vor allem seine Mutter hat immer dafür gekämpft, dass Daniel eben nicht in irgendwelchen Maßnahmen landete, sondern seine kaufmännische Ausbildung parallel zur Arbeit im eigenen Laden an einer ganz normalen Berufsschule absolvierte. "Meiner Meinung nach kommen Kinder mit Behinderung zu schnell in spezielle Einrichtungen und werden letztendlich nur daraufhin ausgebildet, einmal in einer Behindertenwerkstätte zu arbeiten. Dabei gäbe es Plätze in den sogenannten 'normalen' Kindergärten oder Schulen", führt sie aus. Ihr Hauptanliegen an die Politik wäre vor allem eine Gleichstellung engagierter Eltern mit den Maßnahmen der Behinderteneinrichtungen - vor allem in Hinsicht auf Unterstützung und finanzieller Förderung. Diesen Wunsch trug sie bei dem heutigen Treffen auch Landrat Stefan Rößle vor. Deutlich fragte sie: "Warum unterstützt die Politik nicht auch Eltern wie uns. Wir sind ja nicht die einzigen, die sich auf diese Weise für ihre behinderten Kinder engagieren. Daniel erhält keine Förderung, da er selbständig tätig ist. Ich selbst verzichte für Daniel darauf, einer fest angestellten Arbeit nachzugehen, daher werde ich später einmal nur wenig Rente erhalten. Wäre Daniel in einer Behindertenwerkstätte, dann hätte ich weniger Arbeit z. B. mit Anträgen. Wofür ich mich einsetze ist die Gleichstellung und gleichwertige Unterstützung von Eltern wie uns."
Stefan Rößle und Achim Frank sagten Daniel Probst und seiner Mutter abschließend zu, sich in diese Richtung einmal beim Bezirk kundig zu machen und auch eventuelle Möglichkeiten entsprechend der neuen Gesetzeslage des Bundesteilhabegesetzes abzuklären.