10. November 2019, 08:00

Ein Musical um die „Nördlinger Legende mit der Sau“

Das Dramatische Ensemble (DE) Nördlingen wird mit „SOxellSO“ das Publikum mit auf eine Reise in das bunte Treiben des 15. Jahrhunderts nehmen. Bild: Studio Herzig
Seit 30 Jahren gibt es das Dramatische Ensemble (DE) in Nördlingen. Das Ensemble hatte sich damals aus einer Ministranten-Theatergruppe formiert. Heute hat das Ensemble über 100 Mitglieder. Für das Jubiläumsjahr bringt das DE ganz besonderen Stoff auf die Bretter, die die Welt bedeuten.

Ein Musical um die Nördlinger Legende mit der Sau: „SOxellSO – Das Nördlinger Musical“ wird das Dramatische Ensemble an zwei Wochenenden im November im Stadtsaal Klösterle zum Besten geben. Das Stück stammt aus der Feder von Clarissa Hopfensitz, die bereits vor zwei Jahren „romeo & julia – das Kleinstadtmusical“ für das DE geschrieben und inszeniert hatte. Marcus Prügel hat wieder die musikalische Leitung inne.

Diesmal dreht sich im Musical alles um die Legende mit der Sau, die in Nördlingen wohl jedem Kinde bekannt ist. Aber warum gerade ein Musical, das sich mit der bekannten Nördlinger Legende beschäftigt? „Für das Jubiläumsjahr wollten wir etwas Besonderes auf die Bühne bringen. Ich hatte dann die Idee etwas Historisches, zu dem die Leute auch einen Bezug haben, umzusetzen. Für ein Musical haben wir uns entschieden, weil es zum einen gut ankommt und zum anderen erwartet das Publikum fast schon, dass es Livemusik gibt“, erklärt Clarissa Hopfensitz. Die Vorteile des „selber Schreibens“ liegen für Hopfensitz auf der Hand: „Ich kenne unsere Schauspieler. Wenn ich selbst etwas schreibe, kann ich es den Schauspielern auf den Leib schreiben. Das gilt auch für die Musik in Bezug auf die Stimmlage.“

Zum Inhalt will die Regisseurin noch nichts verraten, nur so viel: „Eine Frau wird als Heldin gefeiert, weil sie im Jahr 1440 eine Sau gesehen haben soll, die sich an einem offenen Torbalken rieb. Daraufhin habe sie mit dem Ausruf „So, G‘sell, So!“ die Wachen alarmiert, welche sogleich das Tor vor herannahenden Soldaten verschlossen und dadurch den geplanten Überfall des Grafen von Oettingen verhinderten. Was wäre, wenn diese Legende gar nicht wahr ist? Was, wenn nur ein ausgewählter Kreis wüsste, was sich damals tatsächlich zugetragen hat – die Türmer des Daniels nämlich.“ Sie hüten, so in der Handlung des Stückes, ein jahrhundertealtes Geheimnis um die wahre Legende Nördlingens. Spannend, humorvoll und berührend soll es werden, verspricht Clarissa Hopfensitz.

Von der Ministrantengruppe zum Ensemble

Mit der Nördlinger Legende um die Sau läutet das Dramatische Ensemble die Jubiläumsspielzeit ein. Denn heuer ist es 30 Jahre her, dass sich das Dramatische Ensemble gegründet hat. „Ursprünglich waren wir eine Ministrantengruppe, die kleinere Stücke für Bunte Abende einstudiert hat. Als wir dann aus dem Ministrantenalter herausgewachsen waren und uns auch der Rahmen zu klein geworden war, haben wir 1989 die Theatergruppe gegründet“, erzählt Gründungsmitglied Michael Eßmann von den Anfängen der Gruppe. „Nachdem die 1. Aufführung besser als gedacht lief, haben wir beschlossen weiterzumachen und uns von Jahr zu Jahr gesteigert“, so Eßmann weiter. In den darauffolgenden Jahren werden abwechselnd Eigenkreationen, Adaptionen und Originalfassungen auf die Bühne gebracht. Zwei Jahre nach der Gründung wurde aus der Theatergruppe das Dramatische Ensemble. Noch einige Jahre war der Spielort der Gruppe der Pfarrsaal von St. Salvator, ehe 1995 der Schritt ins Klösterle gewagt und aus der Gruppe ein Verein wurde, der mittlerweile rund 100 Mitglieder hat.

Nicht alles lief in 30 Jahren Vereinsgeschichte glatt. „2009 zum Beispiel konnten wir das Stück ‚Manche mögen`s heiß‘ nicht aufführen, weil es uns drei Wochen vor der Aufführung untersagt wurde“, erzählt Eßmann weiter. Unvorhergesehene Probleme das Urheberrecht betreffend, verhinderten die Aufführung der Musikkomödie damals. Auch im Jubiläumsjahr wurde wieder fleißig geprobt, damit an der Premiere Mitte November alles sitzt. Seit Ende August probte das Ensemble fast an jedem Freitag, Samstag und Sonntag. Viel Zeit, die die Akteure auf der Bühne, aber auch die guten Geister im Hintergrund, die für Bühnenbild, Technik und Kostüme verantwortlich sind, in das Ensemble investieren. Möglich ist das nur, weil das Ensemble mehr in sich sieht als einen Verein – nämlich eine Familie. 

Aufführungstermine

• Freitag, 15. und Samstag, 16. November, jeweils um 20:00 Uhr
• Sonntag, 17. November, um 15:00 Uhr
• Freitag 22. und Samstag 23. November, jeweils um 20:00 Uhr
• Sonntag, 24. November, um 15:00 Uhr


Weitere Informationen unter: www.dramatisches-ensemble.de