8. Juli 2019, 09:57

Vier Stadtkapellen brillieren bei Harburger Serenade

Unter dem Motto „Der Landkreis musikalisch vereint“ gaben sich die Stadtkapellen aus Harburg, Rain, Donauwörth und Nördlingen ein Stelldichein als vereintes Großorchester. Bild: Doris Dollmann
Einmal mehr konnte der Hausherr, seine Durchlaucht Moritz Fürst zu Oettingen-Wallerstein, zahlreiche Gäste auf Schloss Harburg begrüßen. Unter dem Motto „Der Landkreis musikalisch vereint“ gaben sich die Stadtkapellen aus Harburg, Rain, Donauwörth und Nördlingen ein Stelldichein als vereintes Großorchester.

Den heroischen Auftakt bildete die „Fanfare Festive“ von Michael Geisler. Franz Fischer, Dirigent der Stadtkapelle Harburg, behielt den Taktstock gleich in der Hand und präsentierte mit seiner Kapelle „Tom Jones in Konzert“. Mit kurzweiligen Zwischenmoderationen führte Moderator Martin Jörg durchs Programm. So erfuhren die Zuhörer unter anderem, dass Tom Jones eigentlich Staubsaugervertreter war und zunächst als Sänger durch Bars tingelte, ehe er 1968 mit „Delilah“ einen Welthit landete.

Ebenso interessant ist die Geschichte um „Finnegans wake!“, das die Stadtkapelle Donauwörth unter Leitung von Josef Basting darbot. Der irische Autor James Joyce schreibt in seinem Roman über den Baumeister Tim Finnegan her, der betrunken von einer Leiter fiel, dabei starb, aber bei seinem feuchtfröhlichen Leichenbegängnis (Englisch: wake), bei dem eine Flasche Whisky auf seinem Sarg zerbrach, wieder zum Leben erwachte. Musikalisch blieb die Stadtkapelle Nördlingen gleich in Irland mit „Dublin Dances“. Dirigiert wurde sie von Oliver Körner, dem musikalischen Leiter der Nördlinger Knabenkapelle, denn Dirigent Armin Schneider war an diesem Abend anderweitig unterwegs. Auch um „Music for the Royal Fireworks“ von Georg Friedrich Händel ranken sich zahlreiche Geschichten und Anekdoten. So soll Händel das Auftragswerk des englischen Königs Georg II. zunächst abgelehnt haben, weil dieser eine reine Militärmarschbesetzung verlangt hatte und keinesfalls die vom Komponisten so sehr geliebten Violinen. Unter Leitung von Andreas Nagel spielte die Stadkapelle Rain dieses fulminante Orchesterwerk. Mit „Grandfather's Clock“, einem Stück, das vor allem durch die Soli von Piccoloflöte und Tenorhorn lebt, waren die Harburger wieder an der Reihe. Fast schon zum Mitsingen war der nächste Titel „Udo Jürgens live!“ von der Stadtkapelle Donauwörth. Und die Nördlinger setzten mit „Frank Sinatra Classics“ die Reihe der Weltstars fort. Erneut als Solo-Orchester gab die Stadtkapelle Rain den Marsch „Pomp and Circumstance Nr. 1“ zum besten.

"Jubelklänge“, „Coburger Marsch“ und „Alte Kameraden“ spielten die vier Donau-Rieser Stadtkapellen zum Abschluss gemeinsam. Nach „Standing Ovations“ von Seiten des Publikums durfte jedoch eine Zugabe nicht fehlen. „Der Böhmische Traum“ rundete den Abend ab. Zunächst dirigierte Franz Fischer, er gab den Dirigenten-Stab dann an Josef Basting weiter, dieser übergab an Oliver Körner und er wiederum an Andreas Nagel. Während des Konzertes fielen zwar ein paar Regentropfen, doch das störte weder Musiker noch Publikum.

Bereits seit 1997 findet das von Georg Schmid ins Leben gerufene Benefizkonzert statt, dessen Erlös zum einen der Kartei der Not, dem Hilfswerk der Augsburger Allgemeinen Zeitung, und zum anderen der Erhaltung, Sicherung und des Ausbaus der Burganlage zu gute kommt.