30 Grad, ein lauer Sommerabend und eine bis auf den letzten Platz gefüllte Zuschauertribüne: Besser hätten die Rahmenbedingungen für die Premiere von „Don Camillo & Peppone“ auf der Freilichtbühne Donauwörth kaum sein können. 450 Besucher waren am Samstagabend an den Mangoldfelsen gekommen und erlebten nicht nur den Auftakt der neuen Spielsaison, sondern zugleich einen Abend voller italienischem Flair, Humor und großer Spielfreude.
Bevor sich die Bühne für Don Camillo, Peppone und ihre legendären Wortgefechte öffnete, begrüßten Oberbürgermeister Jürgen Sorré und der Vorsitzende des Theatervereins, Dr. Andreas Schiffelholz, die Gäste. Sorré nutzte die Gelegenheit für ein augenzwinkerndes Grußwort. Mit Blick auf die berühmten Streitereien zwischen dem Dorfpfarrer und dem kommunistischen Bürgermeister meinte er: „Wir in Donauwörth bekommen das besser hin, oder Dekan Robert Neuner.“ Gleichzeitig richtete er einen ausdrücklichen Dank an die vielen Ehrenamtlichen, die die Freilichtbühne Jahr für Jahr mit Leben füllen. „Großes Lob und großes Danke. Ihr seid ein ganz wichtiger Teil unseres Donauwörther Kulturlebens“, betonte der Oberbürgermeister.
Ein italienisches Dorf
Und die mussten an diesem Abend eigentlich gar nicht viel dafür tun, um ihre Zuschauer gedanklich nach Italien zu entführen. Die sommerlichen Temperaturen sorgten ganz von selbst für mediterranes Ambiente. Während die Sonne langsam hinter der Mangoldschule verschwand, entwickelte sich auf der Bühne die Geschichte zweier Männer, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und sich doch gegenseitig brauchen.
Mit viel Witz, Tempo und Herzblut brachte das Ensemble die bekannten Figuren von Don Camillo und Peppone auf die Bühne. Immer wieder sorgten pointierte Dialoge für Gelächter im Publikum. Gleichzeitig zeigte das Stück, dass hinter allen politischen und persönlichen Differenzen oft mehr Gemeinsamkeiten als Gegensätze stecken.
Der langanhaltende Applaus nach der Vorstellung war deshalb nicht nur Anerkennung für die Darsteller auf der Bühne. Er galt ebenso den vielen Helfern hinter den Kulissen, die seit Monaten auf diesen Abend hingearbeitet hatten. Das die Premiere auch trotz des WM-Spiels der Deutschen Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste ausverkauft war, zeigt auch die große Wertschätzung des Vereins in der Stadt.