Natur und Umwelt

Wildtiere im Wohngebiet - Sommerhitze verändert das Verhalten

Bild: Nathalie Burblie-Hare/pixabay
Die Hitzephasen der vergangenen Wochen haben auch Auswirkungen auf die Tierwelt. So verändern Wildtiere ihr Verhalten und dringen immer häufiger auch bis in Wohngebiete vor.

Die anhaltende Sommerhitze hat die Region fest im Griff. Ausgetrocknete Böden, niedrige Wasserstände und kaum noch vorhandene Pfützen oder kleine Wasserstellen machen nicht nur Landwirten und Gartenbesitzern zu schaffen. Auch für die heimische Tierwelt wird es zunehmend schwieriger berichten die beiden Vorstände vom Jagdverband Donauwörth, Robert Oberfrank und Albert Reiner

Insbesondere bei länger anhaltender Trockenheit kann sich das Verhalten der Wildtiere verändern. Rehe, aber auch Füchse, Hasen und andere Tiere leiden unter der Wasserknappheit und verlassen ihre gewohnten Rückzugsräume um nach Wasser und Nahrung. Dabei führt ihr Weg immer häufiger bis an den Rand von Ortschaften – manchmal sogar mitten hinein in Wohngebiete.

Was zunächst ungewöhnlich erscheint, hat einen einfachen Grund: In Siedlungen gibt es häufig noch das, was draußen in Feld und Wald knapp geworden ist. Gepflegte Gärten, Teiche, Vogeltränken oder andere Wasserstellen können für Wildtiere in trockenen Zeiten besonders attraktiv sein. Auch das Angebot an frischem Grün ist dort oftmals größer als auf ausgedörrten Wiesen und Feldern.

Auch Pflanzen wichtig für Wasseraufnahme

Gerade Rehe und Hasen sind dabei keineswegs ausschließlich auf offene Wasserstellen angewiesen. Einen großen Teil ihres Flüssigkeitsbedarfs decken sie normalerweise über die Nahrung. Frische Kräuter, Gräser und andere Pflanzen enthalten viel Feuchtigkeit. Werden diese jedoch durch anhaltende Hitze und Trockenheit knapp, kann die Suche nach Wasser an Bedeutung gewinnen.

Hinzu kommt, dass Wildtiere bei hohen Temperaturen ihren Tagesablauf verändern. Die heißen Mittagsstunden verbringen sie bevorzugt an schattigen und ruhigen Plätzen. Aktiv werden viele Tiere erst in den frühen Morgenstunden, am Abend oder während der Nacht. Wer in diesen Zeiten unterwegs ist, sollte deshalb besonders aufmerksam sein – auch im Straßenverkehr.

Tipps für Gartenbesitzer

Denn wenn Wildtiere auf der Suche nach Wasser oder Nahrung neue Wege einschlagen, können sie plötzlich dort auftauchen, wo Autofahrer nicht mit ihnen rechnen. Gerade an Ortsrändern, in der Nähe von Grünanlagen oder entlang von Gewässern ist deshalb erhöhte Vorsicht geboten.

Gartenbesitzer sollten sich über einen gelegentlichen tierischen Besucher allerdings nicht wundern. Wichtig ist, Wildtiere nicht gezielt anzufüttern oder an den Menschen zu gewöhnen. Wer helfen möchte, kann in ruhigen Bereichen flache Wasserstellen anbieten. Diese sollten regelmäßig gereinigt und mit einfachen Ausstiegsmöglichkeiten versehen werden, damit kleinere Tiere nicht hineinfallen und ertrinken.

Die sommerliche Trockenheit zeigt damit einmal mehr: Auch unsere heimische Tierwelt bekommt die Folgen extremer Wetterlagen unmittelbar zu spüren. Wenn Reh oder Fuchs plötzlich im Wohngebiet auftauchen, ist das deshalb nicht nur eine ungewöhnliche Begegnung – sondern möglicherweise auch ein Zeichen dafür, dass sich die Bedingungen draußen in Wald und Flur verändert haben, so die beiden Jägervorstände Oberfrank und Reiner. (dra)