Der Saal war vollbesetzt. Nach dem Rückzug der bisherigen Grünen Stadträtin präsentierten die neuen Kandidaten ein starkes Team und betonten die Notwendigkeit einer grünen Stimme im Stadtrat, um die Energiewende konsequent zu steuern, Entscheidungen nach Nachhaltigkeitsprinzipien zu treffen und maximale Transparenz sowie Bürgerbeteiligung, insbesondere beim Ausbau von Windenergie, zu gewährleisten.
Albert Riedelsheimer, 1966 auf dem elterlichen Bauernhof geboren, arbeitet seit 2012 im Sozialdienst des Bezirkskrankenhauses Donauwörth, ist seit zwölf Jahren Kreistagsmitglied und Sprecher der Grünen‑Frauenliste. Er fordert, dass Krankenhäuser unter guten Rahmenbedingungen qualifiziertes Personal halten und anwerben können, und plädiert für die Gründung regionaler Energiewerke, um die Wertschöpfung im Landkreis zu sichern.
Lisa Badum erläuterte mit fundierten Zahlen und Grafiken: Trotz bedeutender Fortschritte habe sich die Dynamik seit dem Regierungswechsel abgeschwächt. Die Gasspeicher seien nur zu rund 30 Prozent gefüllt, was Handlungsbedarf verdeutliche. Der Ausbau von regenerativen Energien, aber auch der Netzausbau, welcher im Süden noch erhebliches Potenzial nach oben hat, schützt uns vor neuen Abhängigkeiten. „Was passiert denn, wenn diesmal Trump die Abhängigkeit Europas von Gas nutzt, um Druck auszuüben?“ Sie verweist darauf, dass von selbst ölproduzierenden Staaten der enorme Ausbau der erneuerbaren Energie in Deutschland und Europa gesehen wird und diese selbst verstärkt in Sonne und Wind investieren.
Die amtierende Stadträtin Martina Thiel brachte alle Beteiligten auf den aktuellen Stand in Sachen der planten Windräder. Die Firma Märker habe großes Interesse, denn sie benötigt viel Energie und diese am besten nachhaltig, schon der Kosten wegen. Ein Teil der Anlagen soll auf Märkergelände errichtet werden, zudem sei der geplante Standort optimal, da es nur sehr kurze Anschlusswege gibt, was Kosten aber auch den Eingriff in die Natur minimiert.
Im anschließenden Bürgerdialog wurden geplante Windanlagen diskutiert, inwieweit die Bürger partizipieren können oder ob die nur mit den Nachteilen leben müssen. Aber auch die Bundespolitik war Thema, denn das „Heizungsgesetz“ in der Schwebe, betrifft auch Bürger vor Ort. Während die CDU/CSU bislang keine konkreten Verbesserungsvorschläge vorgelegt habe, fordern Industrie und Handwerk Klarheit um endlich Planungssicherheit zuhaben.
„Eine starke grüne Vertretung im Stadtrat ist unverzichtbar, um die Energiewende transparent und bürgernah zu gestalten“, betont Bernhard Muff, Ortssprecher von Bündnis 90/Die Grünen OV Harburg und Umgebung. (dra)