4. April 2022, 10:53
Basketball

Nord- und Süd-Halbfinale in der 1. Toyota DBBL

Symbolbild Bild: pixabay
So spannend ging es wohl noch nie zu. Die Viertelfinals sind gespielt in der 1. Toyota Damen Basketball Bundesliga und es bleibt die wohl spannendste und ausgeglichenste Spielzeit seit vielen Jahren.

Zwei Begegnungen in der 1. Play-Off-Runde benötigten ein drittes und damit entscheidendes Match, bevor sich der Tabellenzweite aus Freiburg gegen den Siebten Marburg durchsetzen konnte und der Vorjahresmeister Keltern sich der Gegenwehr aus Hannover entledigen konnte. Doch auch die anderen beiden Match-ups gestalteten sich nicht so eindeutig wie es der jeweilige Endstand von 2:0 Siegen vermuten ließe.

Tabellenführer Rheinland musste immerhin in Saarlouis in die Verlängerung um ein drittes Spiel zu vermeiden und die beiden Spiele zwischen Herne und Osnabrück waren jederzeit umkämpft bevor dem Talentschuppen aus dem Norden der Einzug ins Halbfinale gelang. Der Herner TC schien nach dem Sieg im Pokalwettbewerb die Energie für den nächsten Kraftakt zu fehlen. Nach den spannendsten Viertelfinals (aller Zeiten?) könnten nunmehr auch die unwägbarsten Halbfinals (aller Zeiten?) folgen.

Auf jeden Fall kristallisierten sich zwei regional gegliederte Semifinal-Begegnungen heraus. Während Freiburg und Keltern jeweils kurze Wege zu ihren Begegnungen haben, freuen sich auch Osnabrück und Rheinland auf wenig strapaziöse Anreisen. Favoriten auf den Schild zu heben, verbietet sich fast in einer Saison voller Unwägbarkeiten. Wem es gelingt, mit wenig erkrankten und/oder verletzten Spielerinnen durch die nächsten Wochenenden zu cruisen, der hat schon eine Hand an der Meister-Trophäe und dies ist tatsächlich allen vier Kontrahenten zuzutrauen, so unterschiedlich die vier Teams auch aufgestellt sind.

Da ist zum einen die Abgezocktheit der zusammengewürfelten Multi-Kulti Truppe aus Keltern, die an einem guten Tag im Stil einer Eurocup-Mannschaft auftritt, an einem schlechten auch mal alle sich bietenden Lampen auswirft. Der Aufsteiger und Tabellenführer aus dem Rheinland punktet mit einer Mannschaft voller Routine, denen allenfalls der Kräfteverschleiß einer kurz getakteten Serie zum Verhängnis werden könnte. Für Freiburg und Osnabrück spricht deren Bekenntnis zur (deutschen) Jugend. Beide Teams werden von überragenden ausländischen Stars geführt, während jungen deutschen Talenten durchaus spieltragende Rollen zugewiesen werden.

Welches Konzept sich am Ende durchsetzt? Spannend, so spannend und unvorhersehbar wie noch nie.  (pm)