15. November 2020, 09:00

Qualitätsmehle aus der Region

Mühleninnenhof heute Bild: Bruckmühle
2008 übernahm Tobias Gerstmeyr die Mühle in Nähermemmingen. Sie ist somit seit vier Generationen im Besitz der Familie. Die Bruckmühle steht für besonders qualitätsvolle Mehle aus regionalem Getreide.

„Mehl ist nicht gleich Mehl“, weiß Simone Gerstmeyr, die Frau des Geschäftsführers. Sie erklärt, welch große Qualitätsunterschiede Mehle haben können. Die Bruckmühle versteht sich selbst als Produzent und Lieferant für Qualitätsmehle, die von der Anlieferung des Getreides bis zur Auslieferung des regelmäßigen Kontrollen unterliegen. Der „Kornkammer Ries“ sei es zu verdanken, dass die Rohstoffe von regionalen Landwirtschaftsbetrieben stammen, erklärt Gerstmeyr. Schon bei der Anlieferung erfolgt eine optische und sensorische Prüfung. Die Qualität des Mehles, die an oberster Stelle steht, hängt von der Getreidesorte, der Witterung und der Kunst des Müllers ab. Im eigenen Labor wird das Getreide dann genaustens analysiert und geprüft. Erst dann wird es gereinigt und von Steinchen oder anderen Fremdkörpern befreit – wortwörtlich trennt sich hier also die Spreu vom Weizen. Danach kann es mit dem Mahlen losgehen. Die Getreidemühle, das Herzstück der Bruckmühle läuft fast das ganze Jahr. Besonders hoher Betrieb ist ab September, wenn das Mehl für die Weihnachtsbäckerei vermahlen wird. Die Mühle ist auf technisch modernstem Niveau und kann bis zu 100 Tonnen Weizen, Dinkel oder Roggen täglich vermahlen.

Mühlenladen innen Bild: Bruckmühle

Bio-Dinkelmehl voll im Trend

Als besonders fein und hochwertig beschreiben die Gerstmeyrs die Mehle der Bruckmühle. „Ideal für die anstehende Weihnachtsbäckerei“ bescheinigen sie. Zwar sei das Weizenmehl 405 nach wie vor das Gängigste, doch seit einigen Jahren geht der Trend hin zu Dinkelmehl und Bio-Dinkelmehl. Auch Mehl aus Ur-Getreide, wie der kräftige Emmer, werden stark nachgefragt.

„Regionale Produkte liegen noch vor Bio-Produkten“, beschreibt Gerstmeyr die Kundennachfrage. Im Mühlenladen macht sich dieser Trend ganz besonders bemerkbar. Hier bietet die Familie nicht nur die eigenen Mehle und Mühlenprodukte an, sondern verkauft auch verschiedene Müslis, Backzutaten, Nudeln, Trockenfrüchte, Tee, Naschereien und vieles mehr. Der Mühlenladen ist ein Treffpunkt für Entdecker, Genießer und alle, die gerne kochen und backen. Auch Tierbesitzer finden ein großes Futtersortiment und jede Menge Kleintierzubehör vor. Blumenerden und Gartenbedarf runden das Sortiment ab. Die Müller-Familie legt in allen Bereichen sehr großen Wert auf eine fachkundige und freundliche Beratung und arbeitet nach dem Motto: „Qualität ist, wenn der Kunde zurück kommt, nicht das Produkt!“.

Das Müllerhandwerk hat sich gewandelt

In ganz Deutschland gibt es noch ungefähr 200 aktive Getreidemühlen. Viele kleine Mühlen mussten sich dem Wandel der Zeit beugen. Die Bruckmühle in Nähermemmingen hingegen hat sich zu einem regionalen Lebensmittelproduzenten und Lieferanten von Futtermittel für die Landwirtschaft entwickelt. Dass sich heutzutage junge Menschen noch für den Beruf des Müllers oder der Müllerin entscheiden, ist dennoch selten geworden. Stolz ist man in der Bruckmühle deshalb auf den Auszubildenden als Verfahrenstechnologe in der Mühlen- und Getreidewirtschaft, der gerade mitten im zweiten Lehrjahr steckt. Für Nachwuchs in dem Familienunternehmen ist auch gesorgt, denn die Tochter von Tobias und Simone Gerstmeyr spielt mit dem Gedanken, ebenfalls eine Müller-Ausbildung zu absolvieren und später einmal die elterliche Mühle weiterzuführen.