29. Mai 2020, 09:22

Teil 3: Im Einsatz während der Corona-Krise - Martina Kolb, Stationsleiterin in der Donau-Ries Klinik

Gut geschützt ist Martina Kob in der Donau-Ries Klinik in Donauwörth im Einsatz. Bild: Jürgen Marks
Als Krankenschwester auf einer Corona-Station erlebt Martina Kolb die Krise jeden Tag hautnah. Sie ist die Leiterin der Station 6 der Donau-Ries Klinik in Donauwörth. Seit Anfang März werden dort ausschließlich Patienten behandelt, die sich mit COVID-19 infiziert haben.

Mit Herzblut den Schwächsten helfen

Seit 1995 arbeitet Martina Kolb aus Flein als examinierte Kranken- und Gesundheitspflegerin in der Donau-Ries Klinik in Donauwörth. 1992 hat sie dort ihre Ausbildung begonnen und ist seither dem Krankenhaus in ihrer Heimat treu geblieben. Warum hat sich die 47-Jährige damals für diesen Beruf entschieden? „Es ist eine spannende und abwechslungsreiche Aufgabe. Ich erlebe jeden Tag etwas Neues und ich darf mit Menschen arbeiten, denen ich helfen kann. Zuvor hatte ich eine Büroausbildung gemacht. Aber das war mir zu langweilig.“ 

Wenn nichts mehr wie vorher ist 

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie im März hat sich der berufl iche Alltag der 47-jährigen Stationsleiterin dramatisch verändert. Wo sonst Patienten der Inneren Medizin behandelt werden, kämpfen derzeit Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, um ihr Leben. Die Corona-Pandemie sei für alle eine große Herausforderung, erzählt Martina Kolb. „Anfangs hatten wir überwiegend jüngere Patienten, die auch aus dem Skiurlaub in Südtirol kamen, inzwischen sind es zunehmend ältere“, berichtet Kolb. Vor allem die Schutzmaßnahmen auf der Corona-Station seien deutlich strenger als auf Normalstation. Das Tragen einer FFP2-Maske, einer Schutzbrille, eines Schutzkittels und Handschuhe sind Pflicht. Daher sei auch die Versorgung der Patienten deutlich aufwendiger: „Wir ziehen immer die Schutzausrüstung an und wechseln diese regelmäßig. Die zusätzlichen Hygienevorschriften sind nötig. Es ist ja unser aller Ziel, weitere Ansteckungen zu verhindern.“ Angst sich selbst mit dem Virus zu infizieren, hat die 47-Jährige kaum: „Wir sind durch die Ausrüstung gut geschützt.“

„Wir haben gemeinsam gebetet“

Wie schwer Deutschland von der Corona-Pandemie betroffen sein wird, das wusste zu Beginn hierzulande niemand. Viele Menschen wurden letztendlich doch von den enormen Auswirkungen des Virus überrascht. Stationsleiterin Martina Kolb: „Ich habe die Anfänge in den Medien verfolgt und dachte gleich: Da kommt eine Welle auf uns zu. Meine Kolleginnen und ich haben gebetet, dass es nicht so schlimm wird wie in Italien. Anfangs war mir auch angst und bange. Aber dann habe ich gemerkt, wie gut wir hier im Krankenhaus vorbereitet waren und wie schnell wir die Lage in den Griff bekommen haben.“ 

Kontakt zu Patienten ist enger geworden

Um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, hat die Klinikleitung des gKU Mitte März nahezu jegliche Art von Patientenbesuchen untersagt – eine richtige Maßnahme laut der Stationsleiterin. „Natürlich bin ich froh, dass die Klinikleitung so konsequent war. Der Virus darf nicht von außen hier reingetragen werden.“ Besonders hart trifft dieses Verbot natürlich die Patienten – vor allem ältere Menschen leiden oftmals unter Vereinsamung. Jedoch sei dadurch der Kontakt zu den Menschen auf Station wieder enger geworden. „Wir sind wichtige Bezugspersonen für die Patienten. Ich mag das auch, denn ich möchte den Menschen ja helfen“, sagt Martina Kolb.

Wertschätzung auch nach der Krise

Es ist das medizinische Personal in Deutschland, das derzeit mit am meisten mit den Folgen der Corona-Pandemie beschäftigt ist. Tagtäglich rund um die Uhr kämpfen sie für die Gesundheit ihrer Patienten. Daher ist die Wertschätzung, die die Pflegekräfte derzeit erhalten, wohltuend. Auch Martina Kolb freut sich über die Danksagungen der Politik. „Mein Wunsch wäre, dass die Wertschätzung so bleibt. Hier in den Donau- Ries Kliniken fühle ich mich gut aufgehoben. Unsere Pflegedienstleitung steht hinter uns. Das ist schon ein gutes Gefühl.“