8. März 2019, 10:10

Von der Kinderkrippe bis zum Abitur

Bild: Freie Schule Lech-Donau
Die Schullandschaft in Donauwörth wird sich erweitern. Auch in Sachen Kinderbetreuung soll es ein neues Angebot geben. Die Freie Schule Lech-Donau, an der nach dem Waldorfprinzip unterrichtet wird, will nach Donauwörth ziehen.

Es geht quirlig im Schulhaus in Lauterbach zu. Die Pause ist vorbei und Zweitklässler stapfen in ihr Klassenzimmer zurück. Jugendliche sitzen in der Aula beisammen und machen sich ebenfalls auf den Weg zurück zum Unterricht. Auf den ersten Blick nichts Ungewöhnliches – Alltag wie wohl an tausenden Schulen an diesem Vormittag. Die Freie Schule Lech-Donau unterscheidet sich aber doch von vielen anderen Bildungseinrichtungen. Es handelt sich um eine Privatschule – auch das ist zunächst nichts Außergewöhnliches. Besonders sind allerdings Konzept und pädagogische Ausrichtung der Schule.

Lernen nach dem Waldorfprinzip

An der Freien Schule Lech-Donau wird auf Grundlage des Rahmenlehrplans der Waldorfschulen unterrichtet. Im Bund der Waldorfschulen ist die Einrichtung allerdings nicht – um das Schulleben freier gestalten zu können. Vom 1. bis zum 8. Schuljahr wird eine Klasse in den Hauptfächern von nur einem Klassenlehrer unterrichtet. So sollen der Lehrer oder die Lehrerin die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen begleiten und besser verfolgen können.

Klassische Schulnoten gibt es in den ersten acht Schuljahren nicht. Ausführliche Berichtszeugnisse geben stattdessen Einblick in den Entwicklungsstand der Kinder. Schulnoten und Zeugnisse werden erst ab der 9. Klasse vergeben, ausführliche schriftliche Bewertungen gibt es zudem weiterhin. Besonderen Schwerpunkt legt die Schule auf Erlebnispädagogik sowie auf die Natur- und Umwelterziehung. Deshalb sind auch Fächer und Lerninhalte wie Gartenbau und Landwirtschaft in den Unterrichtsalltag eingebaut. Weil es sich um eine private Schule handelt, ist die Freie Schule darauf angewiesen, Schulgeld zu erheben. Die Geschäftsführer versichern aber, dass kein Kind aus finanziellen Gründen abgewiesen werde.

Umzug nach Donauwörth

Das Schulhaus in Lauterbach platzt aus allen Nähten. Momentan besuchen gut 80 Schüler und Schülerinnen die Schule – Tendenz steigend. Auch die Infrastruktur in Lauterbach sei ein „K.O.-Kriterium“, sagt Geschäftsführerin Sandra Gärtner-Rohrlack. Da viele Schüler ohnehin aus Donauwörth und dem Landkreis Donau-Ries stammen, ist im Laufe des nächsten Schuljahres ein Umzug nach Donauwörth geplant. Die Privatschule hat deshalb einen Mietvertrag für Räumlichkeiten im Wörnitzcenter geschlossen. Ein Bauantrag für das Vorhaben wurde bislang noch nicht genehmigt.

 Zwar sind die Räume eines ehemaligen Möbelhauses eher ungewöhnlich für eine Bildungseinrichtung, laut Geschäftsführer Oliver Baumann sei das Gebäude aber perfekt geeignet. Im Wörnitzcenter steht der Schule dreimal so viel Platz zur Verfügung als in Lauterbach. Auch eine Sporthalle mit der Möglichkeit für Veranstaltungen ist geplant. Platz gebe es dann für circa 350 Schüler. Für die Geschäftsführer ist die Schülerzahl realistisch, denn das Einzugsgebiet der Schule ist groß. Gut die Hälfte der Schüler kommt aus Donauwörth, andere Schüler kommen aus Nördlingen, dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und dem Landkreis Dillingen.

Betreuungsangebot schon für die Kleinsten

Bild: Freie Schule Lech-Donau

Der Kindergarten „Bienenkorb“, welcher zur Freien Schule Lech-Donau gehört, wird in Lauterbach bleiben. Für Eltern und Kinder aus dem Raum Donauwörth soll ebenfalls im Wörnitzcenter eine Kindertagesstätte für Kinder ab einem Jahr entstehen. Daran schließen sich die Jahrgangstufen 1 bis 13 an. Auch Nachmittagsbetreuung für die Schulkinder ist integriert. Im durchgängigen System sehen die Geschäftsführer Vorteile: „Es ist kein Einrichtungs- oder Schulartenwechsel nötig.“

Bis zum Ende der 11. Klasse bleiben die Schüler in einem Klassenverband zusammen. Danach gehen die Schüler entweder in die Vorbereitungsklasse für die Mittlere Reife oder in die Hauptklasse mit dem Ziel Abitur. „Die Schüler nehmen an den offiziellen Bayerischen Prüfungen teil und werden auf diese vorbereitet“, betont Gärtner-Rohrlack und fügt an:„Wir sehen uns nicht als Wettbewerb zu bestehenden Schulen, sondern richten uns an Eltern und Schüler, die bei anderen Schulen an ihre Grenzen stoßen.“

Anmeldung und Aufnahme von Schülern ist auch im laufenden Schuljahr möglich.

Infoveranstaltungen für interessierte Eltern finden an der Freien Schule Lech-Donau in Lauterbach statt am:
• Dienstag, 26. März, 10:00 Uhr
• Dienstag, 14. Mai, 10:00 Uhr
• Dienstag, 11. Juli, 10:00 Uhr
Eine Anmeldung unter 0 82 74 / 9 97 00-0 oder unter post@freie-schule-lech-donau.de ist erwünscht.

Am Samstag, 11. Mai 2019 von 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr lädt die Freie Schule Lech-Donau außerdem zum Tag der offenen Tür mit Markt ein.

Dieser Artikel ist bereits im blättle, Ausgabe 25 erschienen.