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(Bild: Diana Hahn)

Energie – Wandel und Wende

Der erste und damals auch einzige Energieträger war lange Zeit das Holz. Mit Entdeckung des Feuers erfolgte auch erstmals eine Energieversorgung über gemeinschaftliches Sammeln von Holz.

Später lernten Menschen, sich die Energie von Tieren zu Nutzen zu machen. Felder konnten gepflügt werden, Zugtiere spannte man vor Wagen und die Körperkraft von Tieren wurde genutzt, um schwere Lasten zu tragen. Mit der Entwicklung der Wassermühle im 1. Jahrhundert v. Chr. konnte erstmals Wasserenergie genutzt werden. Vor 900 Jahren entdeckte man in Europa, wie man die Windkraft und Windmühlen nutzen konnte. Viel später, zu Beginn des 18. Jahrhunderts, bauten die Briten die ersten Dampfmaschinen.

Fossile Energieträger – eine endliche Brennstoffquelle

Sogenannte fossile Energieträger, also Stoffe die in geologischer Vorzeit aus Abbauprodukten von toten Pflanzen und Tieren entstanden sind, kennt die Menschheit ebenfalls schon lange. Erdöl zum Beispiel nutzte man schon vor 12 000 Jahren um Ritzen in hölzernen Schiffsplanken abzudichten. Die alten Römer nutzten Erdöl als Schmierstoff.

Erst mehrere hundert Jahre später, Ende des 19. Jahrhunderts begann man Erdöl als Brennstoff für Lampen zu benutzen. Bis die ersten Automobile erfunden wurden, blieb Petroleum als Leuchtmittel die wichtigste Verwendung für Erdöl. Mit Aufstreben der Automobilindustrie verwendete man „das schwarze Gold vor allem für die Herstellung von Treibstoff .

Braunkohle zur industriellen Energiegewinnung begann man in Deutschland Ende des 16. Jahrhunderts abzubauen. Über die Jahre hinweg bis hin ins 20. Jahrhundert ist Braunkohle der Energielieferant schlecht hin. Die Folge: Die Landschaft wird zerlöchert und die Luft verpestet. Gerade die DDR ging rücksichtslos mit der Umwelt beim Braunkohleabbau um. Aber auch im Westen blieb der Braunkohleabbau nicht unsichtbar. Schließlich ist Deutschland bis heute der größte Braunkohleförderer weltweit. Spitzenreiter ist Braunkohle aber auch selbst. Braunkohle hat von allen fossilen Brennstoffen die schlechteste Klimabilanz überhaupt. Ein Problem ist auch, dass sich wegen des weltweit steigenden Energiebedarfs die Vorkommen von Braunkohle aber auch von Erdöl stark verringern. Wie lange uns das Öl noch reicht, darüber streiten sich Forscher in verschiedenen Studien nach wie vor. Sicher ist: Fossile Brennstoffe sind nicht unendlich verfügbar.

Nicht weniger steht die Energiegewinnung durch Atomkraft in der Kritik. Was die Forscher Anfang des 20. Jahrhunderts über die Kernspaltung von Uran erkannten, wurde im Zweiten Weltkrieg vorerst für den Bau der Atombombe genutzt. Nach dem Krieg entwickelte man die Kernenergie für zivile Zwecke. 1961 wurde mit dem Kernkraftwerk Kahl das erste Mal elektrischer Strom aus der Kernenergie in das deutsche Stromnetz eingespeist. Kritiker sehen bis heute das Problem der Endlagerung der verbrauchten Brennelemente der Kernspaltung nicht gelöst. Außerdem geht gerade von den älteren Werken die Gefahr eines nuklearen Unfalls aus. Die Katastrophe von Tschernobyl prägte eine ganze Generation und hinterließ nicht nur Angst und Schrecken, sondern auch Gefahren für die Gesundheit von Menschen, Pflanzen und Tieren.

6 Jahre nach Fukushima

Anfang März jährt sich eine zweite große Katastrophe in der Geschichte der Kernenergie. Nach einem Erdbeben und einem Tsunami havarierte das Atomkraftwerk Fukushima in der gleichnamigen japanischen Großstadt. Ungefähr 170 000 Einwohner wurden evakuiert. Noch heute leben tausende geflüchtete Menschen in Notunterkünften. Viele davon werden nie in ihre Heimat zurückkehren können. Über 18000 Menschen starben wegen der 20 Meter hohen Flutwelle und deren Folgen. Langfristig wird sich die Zahl der Todesopfer noch erhöhen. Erkrankungen aufgrund der Strahlenbelastung und psychische Erkrankungen im Gebiet um Fukushima werden auf mehrere Hundert geschätzt.

Der Super-GAU in Japan führte auch in Deutschland zu tiefen Einschnitten: Die damals schwarz-gelbe Bundesregierung hatte erst kurz vor Fukushima den Atomausstieg von Rot-Grün gekippt. Nur drei Tage nach Beginn der Katastrophe von Fukushima entschied Bundeskanzlerin Angela Merkel alle deutschen Atomkraftwerke einer Sicherheitsprüfung zu unterziehen. Wenige Monate später wurde dann der Atomausstieg bis zum Jahr 2022 bekannt gegeben. Was in der Vergangenheit noch Umweltaktivisten und Grüne forderten, will jetzt auch die Bundesregierung.

In Deutschland wurden bisher 28 Reaktorblöcke stillgelegt. Neun davon nach Fukushima. Sieben Kernkraftwerke mit acht Reaktorblöcken sind noch am Netz. Eines davon ist für uns im Landkreis Donau-Ries wegen seiner unmittelbaren Nähe im Nachbarlandkreis Dillingen ständig präsent. Bei schönem Wetter ist der emporsteigende Dampf vom AKW Gundremmingen sogar von Donauwörth aus gut sichtbar. Das Kraftwerk ist mit seinen zwei Blöcken B und C mit jeweils 1344 MW elektrischer Bruttoleistung das leistungsstärkste Werk in ganz Deutschland. Zudem ist es das letzte seiner Art, das noch mehr als einen Reaktor in Betrieb hat. Gleichzeitig ist es das letzte Atomkraftwerk mit Siedewasserreaktoren. Laut Atomgesetz muss Block B in Gundremmingen spätestens Ende dieses Jahres abgeschaltet werden. Block C muss Ende 2021 vom Netz gehen. Ein Jahr länger laufen nur die Werk Isar 2, Neckarwestheim und Emsland. Ab 2023 ist dann endgültig Schluss mit der Atomenergie in Deutschland.

Über Mara Kutzner

Redakteurin für online und blättle. Regionalpolitischen Kontroversen und sozialkritischen Themen geht sie mit Nachdruck auf den Grund. Stellt gerne kritische Fragen. Geht im Landkreis fürs blättle auf die Suche nach tollen Lifestyle Produkten. Ist auch privat sozial engagiert.