3. Mai 2017, 08:31

Gesundheitsstandort Donau-Ries Teil 2: Zukunftstrend Gesundheit

Versichert, verarztet und versorgt: Gesundheitsstandort Donau-Ries (Grafik: pixabay) Bild: DRA
Im aktuellen blättle (Mai/Juni 2017) thematisieren wir im Titelthema den Gesundheitsstandort Donau-Ries und werfen auch einen Blick in die zukünftigen Entwicklungen im Gesundheitsbereich. In diesem Teil der Wochenserie geht es um den Zukunftstrend Gesundheit.
Gesundheit 4.0 auf der CeBIT 2017
Auf der diesjährigen CeBIT wurden vom 20. bis zum 24. März die aktuellsen Trends auch IT und Technik vorgestellt - auch das Thema Gesundheit stand mit Digital Health und d!conomy healthcare im Zentrum der Veranstaltung. Gerade auch aus dem diesjährigen Partnerland der CeBIT - aus Japan - kamen viele neue und spannende Technologien und Ideen. Wir in Deutschland auch, spielt in Japan die noch schneller als bei uns voranschreitende Alterung der Gesellschaft eine wichtige Zukunftsrolle, gerade im Bereich Gesundheit und Pflege. Es gibt bereits Lösungen zur digitalen Unterstützung der Alterspflege, auf den Markt kommen intelligente Rollatoren, die gegen Haltungsschäden und zur Sturzprävention eingesetzt werden. Es gibt Software-Lösungen für die ambulante Pflege und unterstützende Pflegeroboter sind gar keine so ferne Zukunftsmusik mehr. Künstliche Intelligenz unterstützt heute schon Ärzte bei der Diagnostik oder bei operativen Eingriffen. In Russland wird an lebendigem Gewebe aus dem 3-D-Drucker gearbeitet. Schon jetzt tragen gesundheitsbewusste Menschen sogenannte medizinische wearables, also tragbare Aufzeichnungs- und Speichergeräte, die es ermöglichen Blutdruck, Blutzucker, Puls, Bewegungsmuster usw. zu messen, zu speichern und ggf. dem Arzt zu übermitteln. Das Gesundheitswesen kann sich zukünftig also nicht nur auf mehr Vernetzung und Digitalisierung von Daten einstellen, sondern auch auf ganz konkrete praktische Unterstützung durch Robotik und künstliche Intelligenz. Da es sich gerade im Gesundheitswesen um besonders sensible Daten handelt, sind nicht zuletzt die größten Herausforderungen die Sicherheit und der Schutz dieser Daten.
Gesundheit in allen Lebensbereichen
Die aktuelle Generation von Senioren als auch für nachrückende Generationen wird die Gesundheit im Leben immer wichtiger, so prognostiziert es der renommierte Zukunftsforscher Prof. Dr. Horst W. Opaschowski in seiner aktuellen Studie. Gesundheit wird in Zukunft weit mehr bedeuten als nur das Gegenteil von Krankheit. Das Thema Gesundheit wird sich ganzheitlich durch alle Bereiche unseres Lebens ziehen: Ernährung, Sport und Freizeit, Umgang mit Natur und Umwelt, Erziehung, Gesundheit am Arbeitsplatz, usw. Vor allem die Bereiche Prävention und Vorbeugung werden eine noch größere Bedeutung erhalten. Erste Anzeichen zur Umsetzung dieser Trends sind bereits erkennbar: Viele Schul- und Betriebskantinen - auch in unserer Region - stellen bereits ihr Angebot auf gesünderes Essen um und zahlreiche Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern ein Fitnessprogramm für die Mittagspause an. Die Präventionskurse der Volkshochschulen und Krankenkassen boomen schon seit einiger Zeit und werden durch spezielle Bonusprogramme gezielt finanziell gefördert. Laut Opaschowski wird auch die Art unseres Zusammenlebens in Zukunft mehr und mehr vom Gesundheitstrend bestimmt werden. Gerade in unserer Gesellschaft, die zum einen immer älter wird, die zum anderen auch vom Single-Dasein und von Patchwork Familien geprägt ist, werden sic neue Formen des generationsübergreifenden Zusammenlebens über die klassische Mehrgenerationenfamilie hinaus entwickeln. Blutsverwandschaften werden durch Wahlverwandschaften ersetzt werden. Vorsorge und Fürsorge werden über die klassische Familie hinaus wieder stärker ins Zentrum unseres Zusammenlebens rücken.
Im nächsten Teil unserer Wochenserie blicken wir von diesen Gesundheitstrends ausgehend auf das Programm der Gesundheitsregion plus in Donau-Ries.
Verena Gerber-Hügele
Verena Gerber-Hügele , Donau-Ries-Aktuell

Redakteurin. Macht am liebsten Reportagen, Reiseberichte und Interviews. Naturverbunden, hält sich zu Hause einen halben Bauernhof.