8. Juni 2021, 11:55
AOK Donau-Ries

Donau-Ries: Weniger COPD-Fälle als im bayerischen Durchschnitt

Die AOK-Direktion im Landkreis wurde zum 1. März in AOK-Direktion Donau-Ries umbenannt. Bild: Mara Kutzner
Von den über 40-Jährigen im Landkreis Donau-Ries hatten 6,0 Prozent im Jahr 2019 eine vom Arzt diagnostizierte COPD-Erkrankung – und lagen damit unter dem bayerischen Durchschnitt.

Bayernweit gibt es große Unterschiede zwischen den Regionen, was die Zahl der betroffenen Patienten angeht: Das Spektrum reicht von 4,8 Prozent der über 40-Jährigen im Landkreis Starnberg bis zu 9,8 Prozent in der Stadt Hof. „Das zeigt der neue Gesundheitsatlas Bayern des Wissenschaftlichen Instituts der AOK“, so Stefanie Anders, Gesundheitspartnerberaterin bei der AOK-Direktion Donau-Ries. Dieser Atlas bildet die Häufigkeit von COPD bei den über 40-Jährigen für alle 96 bayerischen Kreise und kreisfreien Städte ab. 

COPD kommt unter 40 Jahren kaum vor 

Das Kürzel COPD kommt aus dem Englischen von „Chronic Obstructive Pulmonary Disease“. COPD ist eine chronische Bronchitis, bei der zusätzlich die Atemwege verengt sind, mit Tendenz zu kontinuierlicher Verschlechterung. Die Symptome der COPD sind Husten, Auswurf und Atemnot. Bei Menschen unter 40 Jahren kommt COPD praktisch nicht vor.

Schwaben liegt mit 5,7 Prozent auf zweitniedrigstem Platz

Bayern weist mit einer Krankheitshäufigkeit von 6,2 Prozent der über 40-Jährigen deutlich weniger COPD-Patienten auf als der bundesweite Durchschnitt von 7,1 Prozent. „Unter den Regierungsbezirken hat Mittelfranken mit 7,5 Prozent die meisten COPD-Patienten, Oberbayern mit 5,5 Prozent die wenigsten“, so Stefanie Anders. Schwaben liegt mit 5,7 Prozent auf dem zweitniedrigsten Platz. In Großstädten ist der Anteil an COPD-Erkrankungen tendenziell höher als in ländlichen Regionen. „Das ist wohl auf die höhere Luftverschmutzung, insbesondere die Feinstaubbelastung, in den größeren Städten zurückzuführen“, so Anders weiter. Im Vergleich der deutschen Großstädte schneiden Regensburg (5,6 Prozent), Ingolstadt (5,7 Prozent) und München (5,8 Prozent) gut ab. Nürnberg und Fürth liegen dagegen mit 8,1 bzw. 9,0 Prozent COPD-Patienten bundesweit gesehen im oberen Mittelfeld.

Männer häufiger betroffen als Frauen

Insgesamt leben in Bayern 453.000 Menschen mit einer COPD. In der Krankheitshäufigkeit zeigen sich Unterschiede nach Alter und Geschlecht. „Die Häufigkeit steigt mit zunehmendem Alter und erreicht ihren Höhepunkt bei den 85- bis 89-Jährigen“, sagt die AOK-Expertin. In dieser Altersgruppe waren in Bayern 15,3 Prozent der Männer und 10,8 Prozent der Frauen betroffen. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern können durch das unterschiedliche Rauchverhalten bei Männern und Frauen erklärt werden. Das Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor für die Entwicklung einer COPD und in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten war der Raucheranteil in Deutschland unter den Männern stets deutlich höher als unter den Frauen.

AOK-Behandlungsprogramm für COPD

„Die AOK Bayern engagiert sich seit Jahren für eine bessere und strukturierte medizinische Versorgung ihrer Versicherten mit einer COPD“, sagt Stefanie Anders. So ist das Disease-Management-Programm (DMP) „AOK-Curaplan“ für COPD-Patienten seit 15 Jahren ein fester Bestandteil der Versorgung. Das wichtigste Ziel bei der Behandlung von COPD-Erkrankten ist es, die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten. Neben dem Rauchverzicht wird ein angemessenes körperliches Training im DMP angestrebt. Zudem sollen durch eine leitliniengerechte medikamentöse Therapie, Schulungen und regelmäßige Arztkontakte akute Verschlechterungen des Gesundheitszustands und nachfolgende Krankenhausaufenthalte vermieden werden. So könne es gelingen, dass das Alltagsleben der Patienten möglichst wenig eingeschränkt werde. (pm)