11. September 2019, 08:00

9 040 Kilometer in 19 Tagen

19 Tage und insgesamt rund 9040 Kilometer waren Arthur und Anett Seitz aus Oberndorf mit ihrem Elektro-Auto in Skandinavien unterwegs. Ob es Schwierigkeiten gab und wie die ganze Idee überhaupt entstand, hat uns brennend interessiert. Bild: Privat
19 Tage und insgesamt rund 9040 Kilometer waren Arthur und Anett Seitz aus Oberndorf mit ihrem Elektro-Auto in Skandinavien unterwegs. Ob es Schwierigkeiten gab und wie die ganze Idee überhaupt entstand, hat uns brennend interessiert.

Wie kamen Sie auf die Idee mit dem E-Auto zu verreisen?

Bereits seit 2013 sind wir im Besitz eines Elektro-Autos. Mit unserer heimeigenen Photovoltaik-Anlage bietet sich die Nutzung der E-Mobilität perfekt an. Nach drei Jahren zufriedener E-Auto Nutzung haben wir uns einen der beliebtesten Modelle zugelegt, den Renault ZOE. Da unsere Zufriedenheit nicht zu stoppen war, haben wir uns 2016 dazu entschieden uns einen Tesla zu reservieren. Nach drei Jahren Wartezeit haben wir dann Ende Februar dieses Jahres unseren Tesla Model 3 endlich in Empfang nehmen können. Mit einer Reichweite von 500 Kilometer und den von Tesla entwickelten Schnellladesäulen „Super-Charger“ war unser Bezug zu Elektro-Mobilität auf einem ganz neuen Level. Da wir gerne mit dem Auto verreisen und bereits mit unserem ZOE einige Strecken auf uns genommen hatten, wollten wir nun unseren Tesla gleich bei einer größeren Reise austesten.

War es bewusst gewählt, dass Sie mit dem E-Auto nach Norwegen fuhren?

Den Traum durch Norwegen zu reisen, hatten wir schon lange, jedoch war das Land nicht
unbedingt ausschlaggebend. Wobei uns von vornherein klar war, dass es kein Problem darstellen wird in Norwegen mit dem Elektro-Auto unterwegs zu sein. Skandinavien ist uns in Sachen E-Mobilität einige Schritte voraus. In Deutschland spielt sie langsam auch eine größere Rolle, jedoch ist das nicht zu vergleichen mit den Möglichkeiten in Norwegen.
Ladestationen sind über das ganze Land perfekt ausgebaut und auch andere E-Mobilität Nutzer zu treffen, ist keine Seltenheit. Warum die Nutzung bei den Norwegern so beliebt ist, ist ganz klar. Will man sich nämlich einen Diesel oder Benziner zulegen, muss man mit der Abgabe einer Steuer rechnen. Diese und weitere Steuern, zum Beispiel Kfz Steuer, entfallen beim Elektro-Auto vom Staat komplett. E-Mobilität zu nutzen, ist in Norwegen also viel kostengünstiger.

Hatten Sie auf Ihrer Reise jemals Probleme mit der Reichweite des Akkus? 

Ganz und gar nicht. Für den Super-Charger von Tesla gilt, zehn Minuten Ladezeit ergeben bereits rund 120 Kilometer Reichweite. Meistens haben wir während der Fahrt eine kurze Rast eingelegt. Tesla anschließen, Kaffee trinken gehen und dann per App benachrichtig werden, wenn er aufgeladen ist. So einfach geht’s! Da die Akkus nicht leer gefahren werden müssen, sondern sobald eine Lademöglichkeit besteht, immer weiter geladen werden können, passiert es eigentlich nie, dass man sein Ziel nicht erreicht. Während unserer Reise haben wir zwar bewusst nach Hotels mit nahegelegener Ladestation gesucht, aber auch anders wäre es kein Problem gewesen. Wir waren sehr überrascht, dass wir sogar mitten im Nichts an einem Ort mit gerade mal zwei Häusern eine Ladestation fanden. Im Navigationsgerät wurden uns alle Ladestationen im Umkreis angezeigt.

Was können Sie unseren Lesern über die Anschaffung eines E-Autos mitgeben?

Nachdem wir schon seit vielen Jahren von der E-Mobilität profitieren, unsere große Reise zum Nordkap reibungslos verlief und ein unglaubliches Erlebnis war, würden wir jedem empfehlen, den Schritt in die E-Mobilität zu wagen. Es geht nicht darum, mit einem Tesla einen Roadtrip zu starten, sondern im alltäglichen Leben die E-Mobilität einbinden zu können. Viele stellen es sich viel komplizierter und kostspieliger vor, als es letztendlich ist. Man sollte die Möglichkeit ergreifen und es ausprobieren, sollte man vom angenehmen Fahrempfinden nicht schon überzeugt genug sein, dann zumindest, wenn man sich überlegt wie viel Zeit und Geld man einspart bei Wartung und Reparatur. Also warum ist ein Elektro-Auto eine Anschaffung wert? Einfach weil’s geht!

Das Interview führte Anna-Lena Liebermann