Bei Veranstaltungen in Oettingen, Erlbach, Nittingen, Lehmingen, Heuberg und Niederhofen stellte die Liste ihr Wahlprogramm vor und suchte intensiv den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern. Vorsitzender Martin Löffler zeigte sich erfreut über das durchweg große Interesse und die konstruktiven Diskussionen.
Ein zentrales Thema aller Veranstaltungen war der geplante Neubau der Kläranlage. Martin Löffler betonte die Notwendigkeit einer verantwortungsvollen und sachorientierten Begleitung des Projekts. Kevin Gerstberger stellte die Kostenentwicklung dar – von ursprünglich 18,1 Millionen Euro im Jahr 2023 auf inzwischen 22,98 Millionen Euro – und erläuterte das von der SLO favorisierte Finanzierungsmodell. Dieses soll Verbrauch und tatsächliche Geschossflächen gleichermaßen berücksichtigen und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Beiträgen und Gebühren sicherstellen. Eine überwiegend beitragsfinanzierte Lösung wurde bei mehreren Terminen von vielen Bürgern kritisch gesehen. Sollte im Stadtrat keine breite Mehrheit für das Modell zustande kommen, spricht sich die SLO für eine stärkere Bürgerbeteiligung aus.
SLO macht sich für die Belange der Bürgerschaft stark
Helmut Schmidt stellte bei mehreren Veranstaltungen die zentralen Ziele der SLO vor und ging auf die Besonderheiten der anstehenden Wahl ein. Er betonte die Bedeutung jeder einzelnen Stimme, da die SLO ein viertes Mandat im Stadtrat anstrebt, um ihre inhaltlichen Schwerpunkte mit Nachdruck weiterverfolgen zu können.
Breiten Raum nahm zudem die Stadt- und Ortsentwicklung ein. Die SLO setzt weiterhin auf eine ausgewogene Entwicklung mit dem Grundsatz „Innen vor Außen“, ohne dabei notwendige neue Baugebiete auszuschließen. Die Nutzung innerörtlicher Potenziale, die Stärkung der Ortskerne und die Ausweisung neuer Sanierungsgebiete sollen Hand in Hand gehen mit einer bedarfsgerechten Baulanderschließung in allen Stadtteilen. Für die SLO ist dabei entscheidend, dass neue Bauflächen sorgsam und mit Augenmaß entwickelt werden. Christine Stark plädierte in diesem Zusammenhang für eine transparentere Kommunikation städtischer Förderprogramme sowie für die Förderung der Regenwassernutzung als Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung. Neue Baugebiete – etwa „Stegwiesen“ in Erlbach oder perspektivisch in Lehmingen – sollen dort ermöglicht werden, wo Bedarf besteht und eine geordnete Entwicklung sinnvoll ist. Das Baukindergeld soll dabei an das Niveau der Kernstadt angepasst werden. Zudem spricht sich die SLO für die Nutzung des „Bau-Turbos“ nach § 246e Baugesetzbuch aus, um schneller bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Oettinger Stadtteile im Fokus
Ein weiteres Anliegen ist der Ausbau und Erhalt der Infrastruktur. Johannes Fuchs machte sich für die schrittweise Erweiterung des Gewerbegebiets „Bindelhecke“ stark, um flexible Grundstückszuschnitte zu ermöglichen. Ebenso setzt sich die SLO für den Ausbau mehrerer Gemeindeverbindungsstraßen ein, darunter Nittingen–Ehingen sowie Heuberg–Bettendorf–B466. In Lehmingen wird ein zeitnaher Ausbau der Ortsdurchfahrt DON 14 einschließlich aller Ver- und Entsorgungsleitungen gefordert. Auch die dauerhaft gesicherte Finanzierung des Straßenunterhalts und Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in sensiblen Ortsbereichen wurden thematisiert.
Große Bedeutung misst die SLO den Feuerwehren in der Kernstadt und allen Stadtteilen bei. Neben ihrer technischen Einsatzbereitschaft erfüllen sie auch eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Projekte wie der Umbau des Feuerwehrhauses in Erlbach zu einer Versammlungsstätte gelten als positives Beispiel für gelungene Zusammenarbeit. Generell spricht sich die SLO für den Ausbau und dauerhaften Erhalt von Versammlungsstätten in allen Stadtteilen aus. Auch der geplante Turnhallenneubau soll nach dem Willen der SLO eine entsprechende Versammlungsstätte integrieren.
Zahlreiche Bürgerthemen werden diskutiert
Im sozialen Bereich stehen der Ausbau und Erhalt von Kinderspielplätzen, die Unterstützung des Bürgerbusprojekts „DoRies-mobil“ sowie der Erhalt der Donau-Ries Klinik Oettingen im Fokus. Zudem wurde die Bedeutung des Naherholungsgebiets „Roßfeld“ und der zahlreichen traditionellen Feste wie der Jakobikirchweih und des Historischen Marktes betont, die auch künftig von der Stadt unterstützt werden sollen. In den Diskussionsrunden kamen zahlreiche weitere Themen zur Sprache, darunter geplante Windkraftflächen bei Erlbach, die Verkehrssituation an der Kreuzung B466/Munninger Straße, Tempobeschränkungen im Stadtgebiet sowie der Zustand des Wasserleitungsnetzes.
Fraktionsvorsitzender Bernhard Raab unterstrich abschließend die sachorientierte Stadtratsarbeit der SLO. Unter dem Leitgedanken „Gemeinsam.Leben.Bewegen“ wolle man die richtigen Weichen für die Zukunft der Stadt und ihrer Stadtteile stellen und die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre verantwortungsvoll fortführen. (dra)