Sie schreiben auf Ihrer Homepage „… damit wir wieder in dem Deutschland leben können, dass wir verdienen“. Auf den Landkreis bezogen: Welches Deutschland verdienen wir und wie wollen Sie das als Landrat umzusetzen?
Wir leben zum Glück in einem immer noch sehr wohlhabenden Landkreis. Wir haben hier noch nicht diese Straßenbild-Debatte, die wir in manchen Städten in Deutschland haben. Wir sind also im Donau-Ries verhältnismäßig gut aufgestellt. Daher sehe ich für uns hier die Aufgabe, das zu erhalten, was uns die vergangenen Generationen mitgegeben haben. Dass wir den Landkreis weiter stabilisieren und das Niveau aufrechterhalten.
Haben Sie konkrete Beispiele, was speziell im Donau-Ries erhaltenswert wäre?
Erhaltenswert ist die gesamte Tradition, die wir haben. Angefangen bei den Feuerwehrfesten bis hin zu den schönen Aktionen, die wir in den Städten haben. Wir haben verschiedene Kinderfeste – auch hier in Donauwörth. Die sind historisch überliefert. Das sind tolle Sachen, die wir haben und an denen wir festhalten wollen. Überhaupt wollen wir versuchen, diesen Landkreis kinderfreundlicher aufzustellen, damit wir auch eine lebenswerte Zukunft für die nächsten Generationen haben.
Ein Thema, das aktuell für Diskussion sorgt, ist die Bezirksumlage. Die droht für 2026 auf 28 Prozent zu steigen, die Kreisumlage liegt bei 50 Prozent. Welche Unterstützung im Bereich Finanzen dürften die Gemeinden Ihnen erwarten?
Wir haben jetzt schon die Forderung gehabt, dass die Kreisumlage niedrig bleiben muss. Warum haben wir die hohen Umlagen? Das liegt an den Sozialkosten. Die explodieren in allen Bereichen. Das hat mit vielen Dingen zu tun, auch mit der Massenimmigration. In anderen Fragen haben wir ebenfalls diese Systemsprenger bei uns im Landkreis.
Trotz der guten Umlagekräfte, die wir haben, steigen die Sozialabgaben, dadurch steigt die Bezirksumlage, weswegen der Kreis mehr zahlen und daher wieder bei den Gemeinden durchgreifen muss. Wir müssen die Ausgaben in den Griff bekommen. Wir sollten uns darauf beschränken, dass wir die Menschen unterstützen, denen es in unserer Heimat nicht gutgeht.
Auf der anderen Seite der Ausgaben stehen die Einnahmen. Aktuell schwächelt die deutsche Wirtschaft. Wie wollen Sie die regionale Wirtschaft als Landrat unterstützen?
Es ist schwer, als Landrat in einem Kreis zu wirken, wenn das Schiff im Großen entgleist ist. Wir haben das Problem, dass die Bundesrepublik aktuell gegen die Wand fährt. Wir haben diese enormen Energiekosten, die enormen Heizkosten, eine Infrastruktur, die marode ist und die Firmen bauen Stellen ab. Jeden Monat verlieren wir bundesweit ungefähr Zehntausend Arbeitsplätze in der Industrie. Ja, im Donau-Ries geht es uns noch relativ gut, dennoch leiden die Zulieferfirmen auch hier.
Aber weil wir in den vergangenen Jahrzehnten gut gehaushaltet haben, haben wir noch einen geringen Verschuldungsgrad. Das wollen wir beibehalten. Wir wollen einerseits sparen, aber auch dort investieren, wo es Sinn macht. Wir wollen die Kosten für den Landkreis senken. Möglichkeiten wären PV-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden. Auch sind noch nicht überall LED-Lampen verbaut. Wir müssen uns hier also kostengünstiger aufstellen. Andererseits müssen wir mit den Mitteln, die wir haben, die Infrastruktur ausbauen – dazu gehören auch Radwege.
Entscheidungen werden auch in den Bereichen Digitalisierung und Entbürokratisierung erwartet. Wie würden sie diese beiden Themen als Landrat in der Verwaltung angehen wollen?
Die Digitalisierung ist ganz klar die Zukunft. Genauso wie die Künstliche Intelligenz, die zunehmend Aufgaben übernehmen kann. Aber gleichzeitig müssen wir persönlicher in der Verwaltung werden. Wir haben auch viele ältere Menschen, die den persönlichen Kontakt suchen. Da dürfen wir keine digitale Barriere aufbauen. Barrierefreiheit gilt auch hier. Steht der Bürger vor der Tür, müssen wir ihm ein Angebot machen können. Wir brauchen beides.
Mit der AfD werden in der Öffentlichkeit immer wieder bestimmte Vorstellungen oder Begrifflichkeiten assoziiert, unter anderem Demokratiefeindlichkeit oder Remigration. Wie ordnen Sie für sich als AfD-Politiker dies ein?
Ich bin kein Politikneuling mehr und weiß, wie ich als Politiker medial in eine Ecke gestellt werde. Andererseits weiß ich auch, dass ich über 20 Jahre Erfahrung als Rechtsanwalt habe. Ich bin unter anderem Betreuer für Menschen mit Behinderung und wurde von Gerichten auch als Vormund für Migrantenkinder bestellt. Ich weiß also, dass ich eine Politik für die Mitte der Gesellschaft mache. Und diese Verteufelungskampagnen funktionieren auch nicht mehr.
Da werden Begriffe wie die Remigration durch den Dreck gezogen. Es ist nichts anderes als die Rückführung von Illegalen, die in Deutschland keinen Aufenthaltsstatus haben – und zwar im Rahmen von Recht und Gesetz. Wenn das medial verdreht wird, ist das traurig. Aber wir können nur unsere Argumente bringen und sachlich erklären, was wir meinen. Wir wollen eine verfassungskonforme Rückführung der Menschen, die mittlerweile zu Hunderttausenden ohne Aufenthaltsrecht in Deutschland sind.
Was unterscheidet Sie von den anderen Kandidaten um das Amt des Landrats?
Ich möchte meine Ideen anbieten. Aber ich lasse mich auch belehren und höre zu. Wenn andere Ideen in diesem Meinungswettbewerb besser sind, dann kann ich die auch akzeptieren. Aber man muss endlich wieder einen Meinungswettstreit führen ohne ideologische Schlagworte. Am Schluss muss man immer wieder fragen: Was ist das Beste für unseren Landkreis und wie können wir das gemeinsam umsetzen. Wir wollen da einen konstruktiven Ansatz bieten. Lassen wir Ideen gegeneinander kämpfen – nicht die Menschen.
Dazu habe ich die Qualifikation für das Amt des Landrats. Nicht nur die Lebenserfahrung, sondern auch die Berufserfahrung. Ich bin Rechtsanwalt, aufgrund von zwei Staatsexamen habe ich auch die Befähigung zum Richteramt. Dazu kenne ich die Menschen der Region und bin hier verwurzelt.
Persönlicher Gegenstand
Rosa Plüscheinhorn
Wenn ich das Einhorn anschaue, freue ich mich, dass ich Vater bin und ein kleines Kind habe. Das ist das Schönste, was es gibt auf der Welt. Daher mache ich auch diese Politik, für die nächste Generation. Das Einhorn war auch schon im Landtag dabei und begleitet mich überall hin, wo auch meine Tochter dabei ist.