30. Juni 2020, 08:46

Grünes Licht für die Hesselbergbahn

Züge wie 2019 zur Landesgartenschau könnten bald stündlich zwischen Pleinfeld und Nördlingen pendeln. Bild: Joachim Piephans
Der Freistaat kann sie bald bestellen: Die Hesselbergbahn hätte nämlich auf der ganzen Strecke Nördlingen-Gunzenhausen ausreichend Fahrgäste. Dies hat eine erneute Berechnung durch den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg ergeben, die in der letzten Verkehrsausschuss-Sitzung des Kreistages vorgestellt wurde.

Zwei vorangegangene Prognosen hatten die geforderten 1000 „Personenkilometer pro Betriebslänge“ nicht errechnet. Den Ausschlag gab jetzt eine Ingenieursstudie im Auftrag von Bündnis 90-Die Grünen: Sie hat nachgewiesen, dass Züge unterwegs in Hainsfarth und am Gewerbegebiet „Langenwiesen“ in Nördlingen halten können, und trotzdem noch ihre Anschlüsse erreichen. Mit den zusätzlichen Fahrgästen der beiden neuen Zughalte errechneten sich jetzt ausreichend künftige Fahrgäste. „Wir bedanken uns bei den zahlreichen Spenderinnen und Spendern für diese Studie,“ sagt Albrecht Röttger, Leiter des Arbeitskreises Bahnreaktivierung der Grünen. „Aber es hat sich gelohnt: Nördlingen kann einen Bus-Bahn-Knotenpunkt bekommen. Stündlich zur Minute 25 erreichen Busse dann dort Züge in uns aus drei Richtungen. Am neuen Haltepunkt Hainsfarth sind ähnlich gute Anschlüsse Richtung Fremdingen, Wemding und Heidenheim möglich“. Eine Fahrt nach von Nördlingen nach Ansbach und darüber hinaus verkürzt sich durch die Hesselbergbahn um eine Stunde. Fahrgäste der Hesselbergbahn können sich zudem auf günstigere Tarife freuen: Eine reine Bahn-Monatskarte von Dürrenzimmern nach Donauwörth ist ca 50 € billiger als die jetzigen Kosten für Bus- und Bahn-Monatskarten. „Gerade das muss aber für den ganzen Landkreis gelten“ fordert die Kreisrätin und Landtagsabgeordnete Eva Lettenbauer: "Wir Grünen stehen für eine Fahrkarte für Bus und Bahn im Landkreis als auch in ganz Bayern. Mit dem Bayern-Ticket geht das im Ries ja heute auch schon."

Bis die Hesselbergbahn fährt, muss jedoch die DB in Langlau noch zwei Weichen wieder einbauen, damit sich dort wieder Züge begegnen können. Damit rechnet die Staatsregierung für das Jahr 2024. Die Bayernbahn-Strecke Nördlingen-Gunzenhausen muss zudem noch barrierefreie Bahnsteige erhalten, manche Bahnübergänge müssen noch technisch aufgerüstet werden. Per einstimmigem Beschluss hat der Verkehrsausschuss des Donau-Rieser Kreistags die Bayernbahn am Montag beauftragt, ein Bau- und Finanzierungskonzept zu erstellen. Liegt dieses vor und wird als plausibel bewertet, beabsichtigt der Freistaat eine „Bestellgarantie“ für stündliche Hesselberg-Bahnverbindungen abzugeben. Detaillierte Infos sind online unter www.bahn-don.de veröffentlicht. (pm)