8. Juli 2019, 11:41

Künftiger „Hesselbergzug“ auf dem „Tag der Franken“ vorgestellt

Der künftige "Hesselbergzug" iLINT von Alstom auf dem "Tag der Franken" Bild: Albrecht Röttger
Neue Technik für durchgehende Verbindungen von Pleinfeld-Nördlingen-Donauwörth.

Auf Gleis vier am Bahnhof Neustadt bei Coburg stehen sechs schwarzgekleidete Herren und laden ein zur Besichtigung eines knallblauen Triebwagens, dem „iLINT“ von Alstom. Dieser ist zum „Tag der Franken“ aus Norddeutschland gekommen. „LINT“ steht für „leichter innovativer Nahverkehrstriebwagen“, eine Karosserie, die bereit auf vielen Bahnstrecken im Einsatz ist. Das „i“ bedeutet, dass auf dem Dach statt Stromabnehmer Brennstoffzellen sitzen. Diese verarbeiten Wasserstoff zu Strom. Wasserstoff wieder kann aus ungenutztem Windstrom an jeder Steckdose erzeugt werden. 600 – 1000 km weit kommt der iLINT mit einer Tankfüllung. Ministerpräsident Söder hat abgesagt, aber etliche junge Familien mit Kindern drängen durch die Automatiktüren, für die Grünen im Landkreis Donau-Ries ist Albrecht Röttger im Gespräch mit dem Triebfahrzeugführer. Für die Hesselbergbahn sei dieses Fahrzeug ideal: „Bislang ist geplant, dass Fahrgäste aus Richtung Gunzenhausen nach Donauwörth in Nördlingen umsteigen, damit Dieseltriebwagen nicht unter einer elektrischen Oberleitung fahren.

Ohne Umsteigen in Nördlingen würden an Schultagen etwa 10% mehr Fahrgäste prognostiziert. das würde auch der nächsten Fahrgastprognose im Herbst gut tun“. Diese Fahrgastprognose soll zeigen, mit welchem Fahrplan soviele Fahrgäste zu erwarten sind, dass die Staatsregierung bereit ist, stündliche Züge auf der Hesselbergbahn zu bestellen. Das macht den iLINT interessant für die Hesselbergbahn: Dank seiner Brennstoffzelle kann der iLINT ohne Oberleitung von Pleinfeld nach Nördlingen fahren. Sparsam wie er ist, fährt er aber dann bis Donauwörth weiter, abwechselnd zum Fugger-Express.

An den Fahrzeugen liege es jedenfalls nicht: Neben Alstom entwickelten Siemens und Bombardier derzeit eigene Konzepte. Der Mann im Alstom-T-shirt lächelt: „Unser Fahrzeug hat sich bereits im Einsatz bewährt“. Seit September 2018 pendelt er zwischen Bremervörde und Cuxhaven. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) hat bereits 27 Garnituren bestellt. Röttger ist auch für den Freistaat zuversichtlich: „Unsere grüne Landtagsabgeordnete Eva Lettenbauer bemüht sich derzeit um Auskunft von der Staatsregierung.“ (pm)