17. September 2018, 08:00

Damals ... von der kleinen Landmolkerei

Die Molkerei im Besitz der jungen Familie Reiter im Jahr 1930 (BIld: Zott; Kaloo Images). Bild: DRA
Das Familienunternehmen "Zott" hat eine lange Gründungsgeschichte. Im Jahr 1926 wurde das Unternehmen gegründet. Lest heute im ersten Teil unserer Miniserie, wie sich das Unternehmen in den folgenden Jahrzehnten entwickelte. 
[dropcap]I[/dropcap]m Jahr 1926 beginnt die Traditionsgeschichte des Unternehmens „Zott“. Damals kauften Anna und Balthasar Reiter eine kleine Landmolkerei im bayerisch-schwäbischen Mertingen. Damit war der Grundstein für den Erfolg der Mertinger Unternehmerfamilie und der heutigen Molkerei gelegt. Aus der Ehe der beiden ging Sohn Georg Reiter hervor. Unerwartet früh verstarb Vater Balthasar Reiter und hinterließ Frau und Kind. Unterstützung in der Weiterführung des Betriebes erfuhr Anna Reiter damals durch Molkereimeister Georg Zott, den sie nach zwei Jahren Trauerzeit im Jahr 1938 heiratete. Georg Zott wird zum Namensgeber des Unternehmens, das damals noch „Molkerei Mertingen Georg Zott“ hieß.
„Von den Anfängen der Molkerei bis in die späten 1940er Jahre bildeten Frischmilch, Butter, Edamer, Limburger und Romadur das Produktportfolio von Zott. In den Nachkriegsjahren spielten außerdem die Produkte Molkenkäse und Molkenwurst eine wichtige Rolle“, erzählt Seniorchefin Frieda Reiter.
Mit der Weiterentwicklung des Unternehmens, die ab den 1950er Jahren vor allem durch Georg Reiter und seiner Frau Frieda geprägt war, änderte sich auch die Produktpalette des Unternehmens. Im Jahr 1953 begann die Molkerei mit der Herstellung von Speisequark und Käse in größerem Umfang, 1962 mit der Produktion von Joghurt im Glas und schließlich dann im Kunststoffbecher. Bereits in den 1970er Jahren gelangte das Stammwerk in Mertingen an seine Kapazitätsgrenzen, sodass der Anbau einer neuen Molkerei mit eigener Fruchtküche an das Ursprungsgebäude erfolgte. Im Jahr 1973 wurde das Unternehmen „Zott“ zum Technologieführer bei der keimfreien Abfüllung von Kaffeesahne. Im gleichen Jahr kam auch der „Zott Mocca“ auf den Markt – eine bis dato unbekannte Kombination aus Joghurt und Kaffeegeschmack. Im Jahr 1975 war zudem die Geburtsstunde des Käseklassikers Allgäutaler, der heute vielen unter dem Namen Bayerntaler bekannt ist. Der Kinderklassiker „Monte“ ist geboren.
Frieda Reiter, Georg Zott und Georg Reiter im Jahr 1976 . Bild: Zott; Kaloo Images
In den 1980er Jahren trat mit Christine und Georg Reiter die dritte Generation in die Molkerei ein und setzte die Familiengeschichte fort. Der Grundstein für das Markengeschäft von Zott wurde 1980 mit der Neukreation des Sahnejoghurts gelegt. Zott gewann dafür die begehrte Auszeichnung des Goldenen Zuckerhuts, den sogenannten „Oscar“ der Lebensmittelbranche. Bis heute gehört die einprägsame Melodie „Hinein ins Weekend- Feeling“ zu den bekanntesten Werbejingles in Deutschland. Im Jahr 1996 wurde die Kinder-, heute auch Familienmarke Monte geboren. Die Kombination aus Milchcreme, Schokolade und Haselnüsse begeistert seit vielen Jahren nicht nur Kinder.