17. Juli 2021, 09:00
KultWork

Das erste Coworking-Space im Ries

Kultwork in Nördlingen. Bild: Marco Kleebauer
Theresa Ulbricht möchte in Nördlingen einen Ort für gemeinsames Arbeiten, Networking, Austausch und Kultur schaffen. Teil 5 unserer Serie "Start-up Donau-Ries - Gründer*innen auf dem Weg nach ganz oben".

Wer während der Corona-Pandemie gezwungenermaßen vom Homeoffice aus arbeitete, der kennt es: Der Laptop wird am Küchentisch aufgeklappt, die Internetverbindung ist schlecht, ein Drucker ist teilweise nicht vorhanden und die nötige Ruhe fehlt oft ebenfalls. Zwar können mittlerweile viele Berufstätige wieder am Schreibtisch im Firmengebäude sitzen, doch spätestens seit der Pandemie hat sich unser Arbeitsalltag verändert.

Nicht nur die Herausforderungen werden immer größer, auch die Tätigkeitsfelder und Arbeitsformen ändern sich ständig. E-Mails und Videocalls von zu Hause aus oder von unterwegs sind längst Normalität geworden. Hinzu kommen Freie Mitarbeiter*innen oder Kleinunternehmer*innen ohne festen Arbeitsplatz, die es ohnehin gewohnt sind, von zu Hause aus zu arbeiten. Für Selbstständige, Freelancer oder Geschäftsreisende, die gerade in Nördlingen zu Gast sind, aber auch für Pendler*innen, die nicht jeden Tag vom Ries bis nach Augsburg oder München fahren wollen, hat sich Theresa Ulbricht nun eine Lösung überlegt.

Eigentlich hat die 28-Jährige Kulturwissenschaften studiert. Als „Kulturmadame“ versucht sie den Menschen Kultur-Themen auf ihrem Blog und auf Instagram näher zu bringen. 2018 hat sie zudem eine Social-Media-Agentur gegründet. Sie und ihre Mitarbeiter*innen helfen anderen Firmen bei dem Aufbau von Social-Media Konzepten und betreuen die Instagram- und Facebook-Accounts von Unternehmen. 2021 kommt für Theresa nun ein neues Projekt hinzu. Die junge Mutter kennt es nur zu gut, von zu Hause aus zu arbeiten und dort keinen klaren Kopf zu bekommen. Eigene Büroräume für ihre Agentur anzumieten, hält sie für nicht rentabel. „So muss es doch vielen anderen auch gehen?“, dachte sich die Nördlingerin. Aus Großstädten kannte sie sogenannte Co-working-Spaces, dort sind sie längst nichts Neues mehr. Freiberufler*innen, digitale Nomad*innen oder kleinen Start-ups stehen hier Arbeitsplätze zeitlich befristet zur Verfügung – sie arbeiten entweder unabhängig voneinander oder entwickeln gemeinsam Projekte und profitieren vom Austausch untereinander.

Arbeitsplatz und Veranstaltungsraum

Theresa Ulbricht ist Gründerin von Kultwork und der Kulturmadame-Agentur. Bild: Nomadify

Das erste Rieser Coworking-Space hat seit Anfang Juli geöffnet. Theresa bietet bei „Kultwork“ in der Polizeigasse in Nördlingen auf 200 Quadratmetern 14 feste Plätze an, die über mehrere Monate hinweg gebucht werden können. 15 weitere flexible Plätze können von Geschäftsreisenden und Freelancern kurzfristig belegt werden. Zu Verfügung stehen neben Internet, Drucker, Scanner und Kopierer auch ein Meeting-Raum und Rückzugsmöglichkeiten für vertrauliche Telefonate. „Wir bieten die Infrastruktur wie in einem Großraumbüro“, erklärt Theresa. Um einen Bogen zu ihrer Begeisterung und ihrem Know-how rund um kulturelle Themen zu spannen, will die junge Gründerin das Coworking-Space auch als Veranstaltungsraum nutzen. Sie plant Ausstellungen mit Künstler*innen aus der Region und möchte Kunst und Kultur auch für junge Menschen zugänglich machen. „Digital finanziert – Kultur profitiert“, fasst Theresa zusammen.