28. Februar 2019, 09:00

Mit den Mauchgugga Moing durch den Fasching

45 Mitglieder sind bei den Mauchguga Moing dabei. Bild: DRA
Bunte Kostüme, Garden und ein Prinzenpaar dürfen auf keinem Faschingsumzug oder Ball fehlen. Aber auch die stimmungsvolle, fetzige Partymusik ist in der „Fasnacht“ nicht wegzudenken. Die „Mauchgugga Moing“ sind eine von drei Guggenmusikgruppen aus dem Landkreis. Wir haben Bernhard Kotz und Simon Hertle in Maihingen besucht und nachgefragt, woher der Brauch eigentlich kommt und was das Besondere an ihrer Musik ist.

Bereits im 16. Jahrhundert zog man zur Karnevalszeit in der Schweiz und im alemannischen Raum mit Rasseln, Blecheimern, Trommeln, Kuhglocken, Pfeifen und Hörnen durch die Straßen, um die Wintergeister auszutreiben. Die Musik sollte schräg und laut klingen. Daraus entstand die heutige Guggenmusik, die in Schwaben, in der Schweiz und in Teilen Österreich fester Bestandteil der schwäbisch-alemannischen Fasnacht ist. Woher die Guggenmusik ihren Namen hat, können auch die Mauchgugga Moing aus Maihingen nicht ganz genau sagen. „Vermutlich leitet sich der Begriff vom schwäbischen Wort „Gugg“ oder „Gugge“ ab, welches für Tüte steht. Früher hat man sich in der Fasnacht oft mit Tüten oder Säcken verkleidet“, sagt Bernhard Kotz, 1. Vorstand. „Nicht zu verwechseln mit dem Wort ‚Guuge‘, was in der Schweiz Instrumente, vor allem Blechblasinstrumente, bezeichnet“, fügt Simon Hertle, 2. Vorstand, an. Beide sind von Anfang an bei der Maihinger Guggenmusik dabei. Alles fi ng im Fasching 2002 an, als Jugendliche mit allerhand Instrumenten beim Ball der Vereine im Dorf für Stimmung sorgten. Bernhard Kotz, der selbst Posaune im Musikverein spielt, war beeindruckt, dass auch völlig unmusikalische junge Leute oder solche, die kein Instrument spielen konnten, Spaß am Musizieren hatten. Mitglieder aus verschiedenen Rieser Musikvereinen sowie Jugendliche aus Maihingen schlossen sich daraufhin zusammen und schon im Jahr darauf gab man sich den Namen „Mauchgugga Moing“ – eine Anspielung auf die Mauch, welche durch Maihingen fließt.

In der Faschingssaison 2003/2004 waren die Mauchgugga erstmals auf Faschingsveranstaltungen unterwegs, zum Beispiel auf dem Megesheimer Umzug. „Bei unseren ersten Auftritten hatten wir uns mit Müllsäcken und Papierhüten verkleidet“, erinnert sich Kotz. Heute sind die Kostüme viel aufwendiger. Aktuell tragen die „Gugga“ Kostüme in schwarz, blau und silber. Für die kunstvolle Gesichtsbemalung ist ein fünf- bis sechsköpfiges Schminkteam verantwortlich. Mit einer Airbrush-Technik werden die 45 Musiker geschminkt. Gut zwei Stunden dauern die Vorbereitungen für einen Auftritt.

Gespielt wird ohne Noten

Zum Repertoire der Mauchgugga gehören vor allem rhythmische Lieder und aktuelle Faschingshits. Es muss fetzen, krachen und das Publikum soll lautstark mitsingen. Schon im Sommer begann Bernhard Kotz mit der Liedauswahl für die Saison 2018/2019. Weil es für Partylieder oft keine Noten gibt, muss Kotz sich diese selbst notieren und aufschreiben. Seit Ende November proben die Musiker regelmäßig – denn bis zum ersten Auftritt muss alles sitzen. Bei den Umzügen und Bällen spielen die Mauchgugga nämlich komplett ohne Noten. Neben den traditionellen Blechblasinstrumenten wie Trompete, Posaune und Tuba sind bei den Mauchgugga auch Schlagwerk, Trommelwägen, Tempelblock und sogar Waschbretter mit dabei.

Insgesamt spielen die Guggenmusiker bei bis zu 25 Auftritten pro Saison. Fest eingeplant sind die Umzüge in Megesheim, Mertingen, Wemding, Höchstädt sowie in Hilpoltstein, Thalmässing und Spalt. Über die Jahre hinweg hätten sich so Freundschaften zu Faschingsnarren aus ganz Bayern entwickelt, sagt Hertle. Auch im Ries haben die Mauchgugga viele Kontakte zu den unterschiedlichsten Musikvereinen und Kapellen geknüpft. Stolz sind Hertle und Kotz darauf, dass ihre Mitglieder bei weitem nicht alle aus Maihingen kommen. Bei den „Mauchgugga Moing“ sind Musiker aus Maihingen, Baldingen, Utzwingen, Auhausen, Megesheim, Deiningen und Alerheim mit dabei – und das, obwohl der Fasching traditionell im Ries eigentlich nicht sehr stark verankert ist.