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(Bild: Likoni-Healthcare for all e.V.)

#helftunshelfen: Medizinische Versorgung für alle

Eine Holzheimerin hat ein Krankenhaus in Kenia gebaut und sammelt Spenden, um Patienten dort kostenlos zu behandeln

Pessenburgheim – Als Maria Lindermaier aus Pessenburgheim bei Holzheim 2011 für drei Monate in Kenia war, um dort als Freiwillige in einem Krankenhaus zu arbeiten, dachte die junge Frau noch nicht daran, was folgen sollte.

Die gelernte Krankenschwester war in einem typisch afrikanischen Krankenhaus in Likoni, einem Stadtteil von Mombasa tätig und konnte dort die Probleme und Nöte der Menschen hautnah miterleben. „Teilweise können sich die Menschen dort nicht einmal Behandlungen für circa einen Euro leisten“, so Lindermaier. In Kenia, gibt es keine Krankenversicherung. Nur wer zahlen kann, wird auch behandelt. Maria Lindermaier musste aber feststellen, dass ihre persönlichen Möglichkeiten vor Ort begrenzt waren. Zurück in Deutschland sammelte sie in ihrem heimischen Krankenhaus in Neuburg an der Donau und unter Freunden, Familie und Bekannten Geld, um armen Familien und Straßenkindern in Likoni medizinische Versorgung zu ermöglichen.

Ein Jahr später, 2012, gründete sie den Verein „Likoni – Healthcare for all e.V.“– zu deutsch: Medizinische Versorgung für alle. Lindermeier will mit ihrem Verein Kranken in und um Mombasa helfen, die sich den Arzt nicht leisten können.

Verein baut Krankenhaus und übernimmt Behandlungskosten

(Bild: Likoni-Healthcare for all e.V.)

Mit ihrem Verein hat die junge Frau bereits einen Meilenstein geschafft. Seit Ende 2014 gibt es in Likoni ein neues Krankenhaus. In ihrem Heimatdorf Pessenburgheim, am Arbeitsplatz, bei Vorträgen in Schulen und auf ihrer Vereinshomepage wirbt Lindermaier um Spenden. Mit gut einem Drittel aller Gelder, die sie über die Jahre gesammelt hat, konnte ihr Verein den Krankenhausbau finanzieren. „Dort können wir jetzt einfache Behandlungen durchführen“, so die Krankenschwester. Aber auch diese können sich viele Menschen aus dem Dorf Timbwani in der Nähe des Krankenhauses nicht leisten. Deshalb hat Maria Lindermaier in „ihrem“ Krankenhaus etwas eingeführt was es in kenianischen Krankenhäusern eigentlich nicht gibt. Sie und der Arzt Dr. Charles Kiprono Cheruiyot haben mittlerweile über 600 Patienten, die sich eine Geburt, die in Kenia circa 10 Euro kostet, eine Verhütungsspitze für 1 Euro oder den Verbandwechsel für 1,50 Euro nicht leisten können, registriert. Die Patienten müssen Formulare ausfüllen und Angaben zu ihrer Person und ihrer Krankheitsgeschichte machen. Ein Foto und eine Patientennummer helfen bei der eindeutigen Identifizierung der Patienten. Vielleicht ist dieses System, mit denen schon hunderte Patienten geholfen wurde, einmalig. Zuerst lief alles über Karteikarten, später brachte Maria Lindermaier dann einen Laptop mit, um alles in Excel-Tabellen einzufügen. Für die Krankenhausmitarbeiter war das zuerst schwierig und ungewohnt, für Lindermaier war das aber in Ordnung.

„Entwicklungshilfe funktioniert nicht, wenn wir nach Afrika gehen und den Menschen dort unsere Arbeitsweisen aufdrängen. Wir können aber Vorschläge machen und bei der Umsetzung helfen“, fasst Lindermaier ihre Sichtweise auf Entwicklungszusammenarbeit zusammen.

Bei der Patientenregistrierung hat das funktioniert. Die Dorfbewohner wissen, dass sie im Likoni-Krankenhaus kostenlose Behandlungen bekommen, die sie dringend benötigen. Krankheiten wie Durchfall, Pilzinfektionen, Lungenerkrankungen oder Hauterkrankungen, die man bei uns mit Medikamenten schnell in den Griff bekommt, sind in Kenia oft langwierig und gefährlich. Mangelnde Hygiene und staubige Luft verlangsamen zum Beispiel die Wundheilung. „Eine junge Frau in meinem Alter hatte Monate lang eine offene Wunde am Fuß, in Deutschland wäre das wahrscheinlich schneller geheilt“, erinnert sich die 30-Jährige.

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