Interview

Claudia Müller (SPD) im KommunalWAHLcheck

Landratskandidatin Claudia Müller im Interview mit unserer Redaktion. Bild: FOTOSTUDiO-Donauwoerth/Fotograf: Elmar Bschorer
Claudia Müller tritt bei der Kommunalwahl 2026 als Landratskandidatin für die SPD an. Die 54-jährige Diplom-Ingenieurin ist verheiratet und Mutter dreier Kinder.

Auf Ihrer Homepage schreiben Sie, dass Sie das Donau-Ries fit für zukünftige Herausforderungen machen wollen. Was wäre Ihre erste Maßnahme, wenn Sie zur Landrätin gewählt werden würden?

Digital haben wir noch viele Themen offen. Wir sind zuständig für die ganze Ausstattung der Schulen. Es sind schon viele Projekte angestoßen, aber da kann man auch noch nachlegen. Das gilt auch für das Landratsamt. Von staatlicher Seite ist ebenfalls noch nicht alles optimal, aber generell ist Digitalisierung ein Schwerpunkt. Da muss man ran.

Zusammen mit Digitalisierung wird auch immer wieder Entbürokratisierung als Schlagwort genannt. Welche Möglichkeiten sehen Sie als Landrätin auf kommunaler Ebene?

Grundsätzlich wird vieles von oben vorgegeben, als Landratsamt kann man da die Vorgaben nur umsetzen. Dennoch ist es wichtig, dass im Landratsamt nicht noch mehr Bürokratie und Verwaltung hinzugefügt wird. Ohne den tiefen Einblick in die Verwaltung als Landrätin kann ich da noch nicht ins Detail gehen. Aber ich bin davon überzeugt, dass die Mitarbeiter im Landratsamt genau wissen, wo Optimierungsbedarf ist. Allerdings sind uns da im Landratsamt auch Grenzen gesetzt. Man darf da nicht zu viel versprechen. Im Kleinen kann man aber bestimmt den ein oder anderen Arbeitsschritt optimieren, daran glaube ich ganz fest.

Was sehen Sie als realistischen Zeitrahmen, bis Sie sich diesen Überblick erarbeitet hätten?

Bis man in einem neuen Job wirklich zu Hause ist, das dauert ein Jahr. Wir haben das Thema mit der Haushaltsberatung. Im Prinzip ist man erst richtig angekommen, wenn man den ersten eigenen Haushalt ausgearbeitet hat. Das gilt aber wahrscheinlich für jeden. In meinen Augen wäre es vermessen zu sagen, so einen Job macht man gleich perfekt.

Da Sie den Haushalt schon angesprochen haben, die Bezirksumlage könnte von 25 Prozent auf 28 Prozent steigen, die Kreisumlage steht bei 50 Prozent. Die Abgabenlast aufseiten der Gemeinde ist sehr hoch. Was dürfen diese von einer Landrätin Claudia Müller e

Diese Schlagzeile wünscht sich Claudia Müller im Wahlkampf. Bild: FOTOSTUDiO-Donauwoerth/Fotograf: Elmar Bschorer

Die Bezirksumlage wurde 2025 auf 25 Prozent erhöht. Es wurde schon darüber gesprochen, dass die Umlage auf 28 Prozent steigen könnte, weil der Bezirk wirklich ächzt. Aber von uns kam da schon die Forderung und ist immer noch aktuell: Das Geld, das der Bezirk zusätzlich braucht, muss aus München kommen. Das kann nicht immer nur von unten geholt werden. Die Kommunen können nicht jedes Jahr beliebig die Gewerbesteuer erhöhen. 

Bei den Haushaltsberatungen in München wurden nun aber viele Zusagen gemacht. Diese Gelder müssen dafür verwendet werden, dass der Bezirk die Umlage nicht erhöht. Und erhöht der Bezirk die Umlage nicht, muss der Kreis seine Umlage auch nicht erhöhen. Die 50 Prozent Kreisumlage sind für mich eine magische Grenze. Sollte das dann immer noch nicht reichen, dann müsste der Kreis auch mal kleinere Brötchen backen.

Was sind Ihre Pläne, das Familienleben im Landkreis zu stärken, um Arbeit und Familie besser miteinander kombinieren zu können?

Das muss kein Widerspruch sein. Wenn die Menschen gute Jobs mit vernünftigem Lohn haben, dann funktioniert auch das Soziale. Kindertagesstätten und Kinderbetreuung sind zentrale Themen, die auch wirtschaftliche Bedeutung haben. Kindertagesstätten sind kommunale Aufgabe und da sind wir wieder bei der Kreisumlage. Der Landkreis muss seinen Kommunen auch das Geld lassen, um diese Aufgaben zu erfüllen. 

Wirtschaftlich geht es dem Landkreis immer noch sehr gut. Es ist auch gut, dass Airbus so boomt – auch wenn es Stimmen gibt, dass immer mehr Arbeitskraft bei Airbus gebündelt wird. Aber das sehe ich aus Arbeitnehmersicht. Ich komme noch aus einer Zeit, wo nicht jeder sofort eine Lehrstelle bekommen hat. Heutzutage werden Lehrlinge gesucht. Das ist für mich eine positive Geschichte für junge Menschen. 

Was unterscheidet Sie von den anderen Kandidaten um das Amt des Landrats?

Ich bin Ingenieurin und komme daher aus dem technischen Bereich. Daher stehe ich für eine klare Sprache mit klaren Ansagen. Ich verspreche nichts, sondern nenne die Dinge klar beim Namen und bringe die Dinge auf den Punkt. Dazu komme ich aus der freien Wirtschaft: Ich bin keine unbeliebte Chefin, manche meiner Mitarbeiter haben schon ihre Ausbildung bei mir gemacht. Aber bei mir wird auch zügig und zackig gearbeitet. Dazu habe ich viel Erfahrung mit Verwaltung. Meine Kunden sind Kommunen und selbst bin ich seit 18 Jahren im Stadtrat von Harburg.

Persönlicher Gegenstand

Bild: FOTOSTUDiO-Donauwoerth/Fotograf: Elmar Bschorer

Strickzeug 

Das wissen tatsächlich ganz viele Menschen nicht über mich, dass ich privat ein Strickfan bin. Aber hauptsächlich stricke ich einfache Dinge, um abschalten zu können. Das Stricken habe ich von meiner Großmutter und Mutter gelernt. Wenn ich abends mal nichts vorhabe, setze ich mich vor den Fernseher und stricke Socken, Schals, Mützen. 

Redakteur. Unterwegs für blättle und online. Geboren in Augsburg ist er über Freiburg, Wien und München endlich im schönen Donau-Ries angekommen. Hier hat er besonders die Themen Kunst, Kultur, Geschichte und Sport im Blick.

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