13. November 2020, 07:11

Neue Pläne für das Egerviertel

Das charakteristische Sudhaus der ehemaligen Brauerei könnte wieder einen Giebel und einen Kamin wie um sie Jahrhundertwende bekommen. Bild: Matthias Stark
Am Donnerstagabend wurden im Nördlinger Bauausschuss die aktuellen Pläne für das Eger-Viertel durch Professor Florian Burgstaller, der auch an der Hochschule Karlsruhe lehrt, vorgestellt. In seinen Planungen sollen deutlich mehr Gebäude erhalten werden.

Oberbürgermeister David Wittner begrüßte den geborenen Niederbayer, der in Nördlingen bereits bekannt sei. Schon mehrmals habe sich Professor Florian Burgstaller mit der Riesmetropole beschäftigt. Oberbürgermeister David Wittner machte deutlich, dass man das Thema Eger-Viertel neu angehen möchte und den Gestaltungsprozess transparenter gestalten wolle. 

„Ich möchte Sie heute mitnehmen und zeigen, dass das Eger-Viertel etwas ganz besonderes ist. Es soll und darf hier kein Retorten-Altstadtquartier entstehen", betonte Burgstaller, der anhand zahlreicher Fotos und Bilder die Baugeschichte und Entwicklung der ehemaligen Brauerei zeigte. „Hier ist einst Bier gebraut worden. Das soll man auch in Zukunft merken“, so Florian Burgstaller.  

Die Abfüllerei als Zentrum

Die Gebäude entlang der Ankergasse, so die Empfehlung des Architekten, sollen erhalten bleiben, da diese schon seit vielen Jahren die Ansicht prägen, auch wenn sie teilweise nicht mit der Altstadtsatzung konform sind. Im Gegenzug will er bei den neuen Gebäuden weitestgehend im Rahmen der Altstadtsatzung bleiben. Im Zentrum des Quartiers, schlägt der Hochschulprofessor vor, die Abfüllerei in seiner ursprünglichen Kubatur wieder zu errichten und als Herzstück des neuen Viertels zu sehen. Würde man den Planungen des Architekten folgen, müssten nur sieben Gebäude, sowie die Kindertagesstätte, neu errichtet werden. Durch eine geöffnete Bebauung würden dann Gassen und offene Plätze entstehen, was im Egerviertel dann für eine typische Altstadtstruktur sorgen würde.

Optisch soll sich im Vergleich zum letzten Entwurf auch die Kindertagesstätte ändern. Professor Burgstaller empfiehlt, die Front des Gebäudes aus drei einzelnen Gebäuden mit drei eigenen Giebeln zu gestalten: „Jedes Haus für sich wird damit ein Individuum und wird so dem Baustil der Nördlinger Altstadt gerecht. Und natürlich darf man sehen, dass das Zentrum für Familien ein besonderes Gebäude ist." Als besonderes Detail empfiehlt er auch den kleinen Giebel wieder auf das Sudhaus aufsetzen und den ehemaligen Kamin wieder anzudeuten. "Das Element war viele Jahre prägend für das Viertel und würde das Eger-Viertel nochmals deutlicher zu anderen Quartieren in der Stadt abgrenzen", so der Architekt.

Fragen der Stadträte

Im Anschluss konnten die anwesenden Räte Fragen an den Dozenten richten. Jörg Schwarzer (CSU) interessierte sich für den umbauten Raum und macht außerdem deutlich, dass Wohnen in der Innenstadt auch bedeute, auf engerem Raum zu leben und nicht in einem Neubaugebiet mit weitläufigen Gärten. Wolfgang Goschenhofer (Grüne) stellte die Frage nach einem Café an der Eger. Burgstaller hält dies durchaus für möglich, betonte jedoch, dass man hier auch der aktuellen Situation Rechenschaft tragen müsse. Johannes Ziegelmeier (PWG) stellte nochmals die Frage nach den Abweichungen von der Altstadtsatzungen. Der Architekturprofessor machte deutlich, dass es dadurch ein "eigenes Viertel mit abwechslungsreichen Gebäuden werde voller Vielfalt und Individualität."

Von Oberbürgermeister David Wittner und Stadtbaumeister Sigel wurden die Entwürfe positiv aufgenommen und sollen nun von den Stadträten, aber auch der Bevölkerung diskutiert werden. 

Die Präsentation als Film