13. Juli 2020, 14:00

Hesselbergbahn: Diese Hürden müssen genommen werden

MdL Eva Lettenbauer lud am vergangenen Montagvormittag zu einem Austausch nach Nördlingen ein. Thema war die Hesselbergbahn. Auf dem Bild zu sehen (von links): MdL Eva Lettenbauer und MdL Dr. Markus Büchler. Bild: Jenny Wagner
Die Donau-Rieser Landtagsabgeordnete Eva Lettenbauer lud am vergangenen Montagvormittag zu einem Austausch in Nördlingen ein. Thema war die geplante Reaktivierung der Hesselbergbahn. Welche Hürden für die Reaktivierung noch genommen werden müssen

Die geplante Reaktivierung der Hesselbergbahn nimmt langsam Fahrt auf. Eine dritte Potenzialanalyse durch den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg ergab, dass die Strecke zwischen Nördlingen und Wassertrüdingen die geforderten 1000 Personenkilometer pro Betriebslänge erreicht. Die Ingenieurstudie, die vom Bündnis 90/Die Grünen in Auftrag gegeben wurde, wies nach, dass Züge in Hainsfarth und am Gewerbegebiet "Langenwiesen" in Nördlingen halten können, und trotzdem noch ihre Anschlüsse erreicht werden. Bereits im Juni hatte Landrat Stefan Rößle bei einer Kreisausschussitzung gesagt: "Von uns aus wollen wir es positiv begleiten."

Kreuzungsverkehr in Möttingen

Vor allem die grüne Landtagsabgeordnete Eva Lettenbauer freute sich über die aktualisierte Fahrgastprognose. Für sie sei unter anderem die Verlegung der Bahnkreuzung in Möttingen ein wichtiges Anliegen. Bisher habe sich die Deutsche Bahn noch nicht zur Thematik geäußert, so Lettenbauer. Auch der Bürgermeister Möttingens, Timo Böllmann, begrüße die Reaktivierung der Hesselbergbahn: "Die Kreuzung in Möttingen ist aber natürlich ein Problem." Vor allem im Kreuzungsverkehr müssen die Verkehrsteilnehmer rund acht bis zehn Minuten an der Bahnschranke warten. Eine mögliche Lösung wäre die Verlegung der Kreuzung nach Nördlingen. 

MdL Markus Büchler appelliert an Freistaat 

Der Sprecher für Mobilität in der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag, Dr. Markus Büchler, bezeichnete die Bahn als das Rückgrat der klimafreundlichen Mobilität. Seine Forderung daher: "Der Freistaat Bayern muss sich um die Infrastruktur kümmern". Bislang, so Büchler, bemühe sich Bayern kaum um derartige Projekte, da es sich laut den Verantwortlichen nicht um Zuständigkeitsbereiche der Länder, sondern des Bunds handle. Drei Anträge zur Verbesserung der Bahninfrastruktur wurden bereits von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Landtag gestellt. Zwei davon, so Büchler, wurden abgelehnt. Der dritte Antrag, der von der Kofinanzierung von Nebenbahnstrecken durch den Freistaat Bayern handle, sei noch nicht abgelehnt worden und werde derzeit diskutiert. Seine Aufforderung an die Politik: "Die Reaktivierungskriterien ändern!" 

Diese Meinung teilt auch der Geschäftsführer der BayernBahn GmbH, Andreas Braun: "Die Reaktivierungskriterien fördern nicht die Reaktivierung von Strecken." Für ihn gebe es aber noch weitere rechtliche Probleme, die man in nächster Zeit "sortieren müsse." Ebenso seien laut Braun vor allem die Bahnübergänge in Oettingen problematisch. Thomas Heydecker, Bürgermeister Oettinger, wisse von der schwierigen Situation. "Die Oettinger sind aufgrund der Lage des Bahnhofs seit Jahren auf das Auto eingestellt."