5. Dezember 2018, 17:46

80 neue Wohnungen im "Eger Viertel"

So könnte das Eger Viertel aussehen Bild: Architekturbüro Schlientz
Das ehemalige Areal der Ankerbrauerei in Nördlingen wird komplett neu bebaut. Auf der Fläche von knapp 7.000 Quadratmetern entstehen nicht nur 80 Wohnungen, sondern auch eine Kita und ein

Nördlingen - Hinter dem Vorhaben steht die EcoResidential der Asset-Gruppe aus Augsburg, sowie die Familie Haag - die Besitzer des Areals. „Wir wollen weg von der gewerblichen Nutzung, hin zu einer Bebauung mit dem Fokus aus Wohnen und Gewerbe. So entsteht das Eger Viertel,“ erklärt Stephan Deurer, Geschäftsführer der Asset-Gruppe. Im Rahmen der Neukonzipierung und neune Namensgebung wurde auch Stadtarchivar Dr. Sponsel befragt.

Architekt Reiner Schlientz präsentierte bei einem Pressetermin die Pläne für das neue Viertel. Das zu überplanende Gelände ist eingegrenzt von der Eger und der Stadtmauer. Der Architekt ging darauf ein, dass unter anderem fünf Gebäude unter Denkmalschutz stehen und erhalten werden müssen. „Alle anderen Bauten werden abgerissen", so Schlientz. „Das neue Konzept sieht vor,  wieder entlang der Eger zu gehen, bis in das Geberviertel auf der anderen Seite zur Baldinger Straße. Außerdem soll der Zugang zur Eger ermöglicht werden,“ so der Architekt. Zur Stadtmauer hin werden zwei bis dreistockige Gebäude geplant. Durch die verschiedenen Höhen der Dächer wird dem Altstadtcharakter Rechnung getragen. Das neue Viertel soll autofrei sein. Von der Herrengasse aus wird es eine Tiefgarage geben, wovon alle Häuser erschlossen werden. Die Tiefgarage wird unterhalb des kompletten Viertels eingeplant.

Krippe, Gastronomie und Spielplatz geplant

Direkt an der Eger ist ein Gastronomiebetrieb mit öffentlichen Platz angedacht.  „Wir planen rund fünfzig Wohnungen für Senioren. Damit diese einen Treffpunkt haben, bietet sich hier die Gastronomie an,“ so. „Theoretisch könnten die Senioren sich täglich zum Mittagessen treffen. Das muss jedoch der Gastronom bieten,“ so Deurer.  Im hinteren Bereich zum Spitalhof entsteht ein Kinderhort mit Krippe für 135 Kinder. Außerdem soll die Katholische Jugendfürsorge (KJf) dort Büros für Beratungen bekommen. Vor der Stadtmauer befindet sich ein weiteres Grundstück der Familie Haag. Durch einen bestehenden Durchgang können die Kinder aus dem Hort zu einem naturnahen Spielplatz mit bis zu 1.800 Quadratmeter gelangen. Dieser wird jedoch nicht öffentlich sein. Die Erschließung der öffentlichen Einrichtungen erfolgt an der Stadtmauer mit Kurzzeitparkplätzen. Ein Verkehrsgutachten soll außerdem die Auswirkungen auf den Verkehr ermitteln.

Abriss beginnt 2019

Der Abriss des Geländes wird im Frühjahr 2019 beginnen. Abgebrochen werden 3.017 Quadratmeter Fläche. Die 984 Quadratmeter mit Denkmälern bleiben erhalten. Bisher waren also rund 4.000 Quadratmeter bebaut. Mit dem Neubau werden insgesamt 3.700 Quadratmeter bebaut und damit rund 300 Quadratmeter weniger überbaut.  Momentan sind 3.350 Quadratmeter versiegelt. Durch den Neubau werden 2.350 Quadratmeter Grünflächen geschaffen.

Die Familie Haag wird weiter Eigentümer bleiben und gemeinsam mit der Firma Asset die Flächen verkaufen. „Allerdings nicht alles. Das KJf-Areal wird in der Hand der Familie Haag bleiben und diese damit weiter am Standort präsent bleiben. Mehrere Generationen haben hier Herzblut hinein gesteckt. Wir wollen deshalb unser Erbe und unsere Geschichte erhalten", so Sebastian Haag.

So geht es weiter 

Im weiteren Verlauf werden nun die Wohnungsgrößen ermittelt. Das basiert auf Basis der Nachfrage und wird auf einer Mischung von 2- bis 4-Zimmer-Wohnungen angeboten. Das weitere Vorgehen wird sein, dass im Frühjahr der Abriss beginnt und im Sommer abgeschlossen ist. Derweil wird im Januar eine Bauvoranfrage bei der Stadt eingehen, um die Grundstruktur zu haben. Bis Mitte Januar wird man auch die Entsorgungskosten kennen. Zuerst werden die Gebäude des KJf gebaut, anschließend werden die Denkmalschutzgebäude angegangen. Während der Bereich KJF bereits im Herbst 2018 angegangen wird, geht man von einer kompletten Fertigstellung im Jahr 2022 aus.

Im Januar 2019 wird außerdem eine Bürgerversammlung unter der Leitung der Bauherren geplant, um die Nördlinger Bevölkerung zu informieren.

Reiner Schlientz, Stephan Deurer und Sebastian Haag (v.l.) präsentieren die Pläne für das neue Eger Viertel. Bild: Matthias Stark